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Produkteindrücke

Vor Spielbeginn informiert man sich als Spieler eines neuen Spiels natürlich erst einmal. Besonders auffällig ist dabei, dass der 4. Teil der Reihe nicht wie die Vorgänger in der heutigen Zeit spielen, sondern in den 70ern / 80ern. Der Grund dafür ist möglicherweise, dass die Metropolitan Transportation Authority (MTA) oder die Stadt New York City die für das Spiel notwendige Genehmigung zur Abbildung der Gleisanlagen in einem Spiel gegeben hat. Das ist aber kein Manko, solange der U-Bahn-Betrieb der 70er/80er realitätsnah dargestellt wurde. Startet man das Spiel, wird man ganz zu Anfang mit einer „Kamerafahrt“ durch das Depot geführt. Ein Depot gibt es in der World of Subways – Reihe erstmalig, wobei einige Spieler wohl an erster Stelle denken oder hoffen, dass andere Teile wie der Zugbetrieb nicht vernachlässigt werden. Die Depot-Führung haben wir als Intro für das Spiel wahrgenommen und ist Teil der Einführung in die Simulation, denn Neuerungen gibt es abseits des Zugbetriebs einige. Nach der „Kamerafahrt“ gelangt man in das Büro des Chefs, dem man seinen Namen verrät und der fragt, ob man bereits Erfahrungen mit dem Fahren eines U-Bahn-Zugs hat. Die meisten Spielanfänger sollten das Tutorial, was nun angenommen werden kann, spielen, da die Tastenbelegung aufgrund der Funktionen recht komplex ist. Egal ob das Tutorial angenommen oder abgelehnt wurde, folgt nun erst einmal die weitere Führung  mit dem Schichtleiter durch das Depot. Dabei erklärt dieser die einzelnen Räumlichkeiten, die der Spieler nutzen kann oder wo er Personen findet, aber auch Räume, die für das Spiel keinen weiteren Nutzen haben.  Nach rund 5 Minuten der Führung erreicht man endlich die Werkstatt und das erstmalige Fahren eines Zuges steht kurz bevor. Hat man das Tutorial ausgewählt, erklärt der Schichtleiter in Form des Tutorials alle wichtigen Funktionen für den Zugbetrieb. Dabei solltet ihr euch aber nicht zu lange daran aufhalten, den Zug innen zu begutachten, denn der Schichtleiter scheint keine allzu geduldige Person zu sein. Folge sind drängende Kommentare. Nach ausführlichen Erklärungen geht es vom Depot zur ersten erreichbaren Station, an der genau gehalten werden muss, damit das Tutorial erfolgreich abgeschlossen werden kann. Einmal richtig gehalten, ist das Tutorial erfolgreich abgeschlossen und ihr kommt zurück ins Depot. An dieser Stelle könnt ihr – ob Tutorial gespielt oder nicht – eure erste Schicht einholen. Habt ihr euch für eine Schicht eingetragen, müssen die Erkenntnisse des Tutorials angewandt werden und ihr könnt die erste Fahrt ohne weitere Anweisungen von irgendwelchen Charakteren absolvieren. Charaktere laufen im Depot im Übrigen einige herum und mit diesen lassen sich Konversationen beginnen. Dabei kann es passieren, dass ihr durch die Gespräche mit den Personen zu einer Mission gelangt, die absolviert werden kann. Diese sind allerdings nicht immer einfach und eine Mission sorgt für die vergleichsweise hohe USK-Einstufung von 12 Jahren für einen U-Bahn-Simulator.
Im regulären Betrieb könnt ihr die Linie 7 fahren und euch zwischen Express- und Local-Train entscheiden. Der Express-Zug fährt an vielen Stationen meist in der Mitte auf einem gesonderten Gleis an Stationen vorbei und hält nur an bestimmten, während der Local-Zug alle Stationen ansteuert, die auf der Linie vorhanden sind. Des Weiteren kann der Spieler entscheiden, ob er den Zug nur fahren möchte oder auch die Aufgabe des Schaffners übernehmen will. Wenn nicht, übernimmt die KI diese Aufgabe. Wenn doch, dann bist du auch dafür verantwortlich, zu kontrollieren, ob der Zug korrekt an der Station steht und die Türen für die Fahrgäste zu öffnen oder zu schließen. Allgemein kommt uns der U-Bahn-Betrieb recht komplex vor. Aber an dieser Stelle möchten wir zu den einzelnen Wertungen übergehen!

 

Rollmaterial

In World of Subways Vol. 4 wurde der Zugtyp R33/R36 nachgebildet, sodass gleichzeitig wie im Vorgänger nur ein Zugtyp vom Spieler genutzt werden kann. Unserer Meinung nach wirkt das Fahrgefühl ziemlich realistisch und auch das Gefühl, dass man mit keinem modernen Zug unterwegs ist, kommt ziemlich gut rüber. Eingewöhnung ist auf jeden Fall nötig. Dass kein Tacho vorhanden ist, liegt nicht wie einige meinen daran, dass er vergessen wurde. Es gab in den 80ern in der Tat kein Tacho in den U-Bahnen und die Fahrer mussten die Geschwindigkeit abschätzen. Hierzu kann im Spiel allerdings der Streckenmonitor genutzt werden. Die Umsetzung der Fahrerkabine, als auch des Fahrgastraumes wirkt authentisch. In den für die Werbung vorgesehenen Flächen konnten wir jedoch Werbungen aus dem 1. Teil der Reihe wiederfinden, was etwas unrealistisch wirkt, sofern man den 1. Teil durch das Spielen bereits gut kennt.

 

 

KI

Während die Simulation des Zugverkehrs wie auch beim Vorgänger völlig in Ordnung ist und keine weiteren Mängel aufweisen lässt, gibt es bei den simulierten Personen deutlich Sichtbar Nachbesserungsbedarf. Zum einen sind da die sehr eigenartigen Bewegungen, die den Eindruck erwecken, die Bürger wissen nicht, wie man sich bewegt und sind so steif, als wenn sie nie etwas von Sport gehört haben oder die Knochen durch unbewegliche Schienen gefestigt wurden. Andererseits gibt es den Punkt, dass die Passagiere sich gegenseitig so sehr mögen, wodurch sie zum Laufen ineinander oder zum gegenseitigen „Durchqueren“ angeregt werden. Die künstliche Intelligenz ist bei Spielen immer wieder ein sehr interessantes Thema und an dieser Stelle könnte man für den nächsten Teil nochmal einiges machen. Sie sind zumindest zeitgemäß gekleidet, auch wenn sie sich im Bereich der Funktionen nicht ganz zeitgemäß verhalten. Bei den Sounds ist uns aufgefallen, dass es eine Wiederverwendung der Sounds aus Vorgängerspielen gibt.

 

 

Umgebung

Nachgebildet wurde die Linie 7 der New Yorker U-Bahn. Dabei verläuft die Strecke relativ lange oberirdisch, sodass es nötig ist, auch auf abwechslungsreiche Details an Seiten der Bahntrasse zu achten. Bahntrasse ist ein gutes Stichwort, denn hier wurde der Entwickler für den Außenbereich vor neuen Herausforderungen gestellt. Da die Bahntrassen gerne mal höher sind, als die Häuser rechts und links der Strecke, kann man weiter schauen, als wenn man auf Straßenhöhe unterwegs wäre. Hier hat TML aber ziemlich gute Arbeit geleistet und man kann auch in der Ferne hinter anderen Häusern noch etwas sehen – dabei ist nicht das Ende der Spielwelt gemeint. Leider gibt es hier und da kleinere Dinge, die noch verbessert werden könnten. Einige erwarten förmlich Werbung auf den Dächern der Häuser. Während in den Zügen Werbung von WoS1 wiederverwendet wurde, hat man sich für die Hauswerbungen etwas Neues einfallen lassen. Das Neue wiederholt sich jedoch recht schnell. Für mehr Vielfalt bei den Werbungen wäre die Einbringung der Community vielleicht keine allzu schlechte Idee gewesen! Die Stationen sind wiederum ziemlich gut nachgestellt worden!

 

 

Grafik

Die Grafik von World of Subways 4 ist recht anspruchsvoll und frisst Ressourcen. Die Systemanforderungen mussten nach Release aufgrund von falschen Angaben sogar nach oben geschraubt werden. Unser Tester erfüllt zwar die Systemanforderungen, kann das Spiel allerdings nur auf den niedrigsten Einstellungen flüssig spielen.

Unser Moderator „Tom“ hat das Spiel ebenfalls erworben und besitzt einen Rechner, der die Systemanforderungen klar erfüllt. Für unseren Test hat er uns seine grafische Beurteilung bereitgestellt, wofür wir uns natürlich herzlich bedanken möchten:

„[Ich] bin [...] ich sehr enttäuscht, dass [das] Bump Mapping nicht verfügbar ist. Ansonsten ist die Grafik deutlich besser als bisher, etwa was die Jahreszeiten angeht, die Atmosphäre draußen und der "Nebel"/die schmutzigen Linsen im Tunnel. Was mich noch stört ist eine sehr merkwürdige Berechnung der Tiefenschärfe, die auf meinem Computer körnig aussieht und nicht ansatzweise so gut wie bspw. in WoS 3 oder dem BCCS, wo die Tiefenschärfe sehr über die geringe Sichtweite hinweghalf. Da diese Sichtweite ja aber nun deutlich erhöht wurde, bin ich sehr zufrieden. Glücklicherweise ist das Spiel deutlich weniger performancehungrig. Ich habe alle Einstellungen auf Maximal bis auf Sichtweite (3/4) und Rim Light (aus, weil ich nicht weiß, was das ist), und kann flüssig spielen bei einer AMD Radeon HD7870 (1GHz, 2GB VRAM) und einem AMD-FX6300 6x3,5GHz bei 1080p Auflösung. Gelegentlich sind die bekannten Framedrops von WoS noch dabei - wenn mal eine Sekunde lang nichts passiert, aber das ist nun die Ausnahme und längst nicht mehr die Regel.“

 

 

Umfang

Im Bereich des Umfangs hat World of Subways Vol. 4 auch abseits des regulären Spielbetriebs einiges zu bieten. So gibt es dieses Mal das bereits erwähnte Depot mit zahlreichen Mitarbeitern. Diese sind in der Lage, mit der Spielerfigur zu reden; auf Dauer wiederholen sich die Dialoge jedoch. Einigen gefällt der Zusatz, anderen eher weniger, jedoch denken wir, dass es eine ganz angenehme Ergänzung ist und andere Bereiche in der Spielentwicklung dadurch kaum oder gar nicht vernachlässigt wurden. Als weiteres Feature gibt es den Aggro-Modus, der sowohl für einen Spaßfaktor, als auch für den gewissen Stressfaktor eines U-Bahn-Fahrers sorgt. Durch diesen Modus ist es notwendig, penibel genau darauf zu achten, wie man den Zug abbremst oder anfährt. Eine „Auswertung“ gibt es bereits während des Spielverlaufs am rechten Bildschirmrand. Abschalten kann man diesen Modus aber nur in einem unserer Meinung nach recht unübersichtlichen Menü beim Mechaniker – genau diesen muss man aber auch erst mal finden. In World of Subways 4 können alle Jahreszeiten gespielt und die Wettereffekte je nach Interesse vom Spieler selbst eingestellt werden. Die Missionen, die es im Simulator gibt, bieten eine weitere Abwechslung und liefern hier und da auch gerne mal einen gewissen Schockmoment – nicht zuletzt sorgt eine Mission sogar für die USK12-Einstufung.

 

 

Fazit

Wer einen U-Bahn-Zug in New York City bewegen und dabei auch den Flair der 70er Jahre erleben möchte, ist mit World of Subways Vol. 4 gut bedient. Hier und da gibt es noch Dinge, die ausgebessert werden könnten, aber das Spiel ist in seinen Funktionen sehr solide und setzt das um, für das es entwickelt wurde: den U-Bahn-Betrieb. Die zusätzlichen Dinge abseits der Fahrten sorgen für zusätzliche Abwechslung.

 

Einzelbewertungen


Rollmaterial



8 / 10


KI



6 / 10


Umgebung



8 / 10


Grafik



8 / 10


Umfang



8 / 10

   

Gesamtpunktzahl



38 / 50

 

Prozentuale Wertung:.................76 % (gut)

 

 


 Review durchgeführt mit Version 1.2 von World of Subways Vol. 4.

Reviews im Race-Sim-Net werden durch die eigenen Erkenntnisse der Autoren verfasst. Wie in vielen Bereichen kann es natürlich zu Meinungsverschiedenheiten kommen! Innerhalb des Testfensters könnten Dinge unentdeckt geblieben sein, wodurch es nach entsprechender Ansicht möglicherweise Lücken geben könnte.

 

 


So werten wir (Angaben in %):