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Der Traktor-Werkstatt-Simulator 2015 ist am 20. Februar 2015 erschienen und ist zum Preis von 19,99€ (21,90 CHF) im deutschsprachigen Raum erhältlich. Hier geht es weniger um die Landwirtschaft, sondern mehr darum, landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge instand zu setzen. Die Aufgabe des Spielers ist es, Traktoren auf von den Kunden beschriebenen Mängeln zu überprüfen oder Mängel selber zu suchen, abgenutzte oder beschädigte Teile auszubauen und zum verfügbaren Budget neue Teile einzukaufen und einzubauen. Bis zu 80 unterschiedliche Teile lassen sich an den Traktoren und Mähdreschern reparieren oder ersetzen.

 

Produkteindrücke

Wie bei den meisten Spielen erfolgt auch hier durch die Bindung an Steam eine Aktivierung über Steam. Nach der Installation und der Erstellung eines eigenen Profils – davon können bis zu drei unterschiedliche erstellt werden - kann es direkt losgehen: Das Menü ist übersichtlich gehalten und sofern nötig, können bei Bedarf noch eine kleine Palette an Einstellungen geändert werden. Hat man dann das Spiel geladen, erhält man einige Anweisungen in Form einer kleinen Einführung und darauf folgt die erste zu absolvierende Mission. Gerade für Personen, die sich nicht sonderlich gut mit Fahrzeugteilen - vor allem bei Traktoren - auskennen, kann das Suchen schon mal zeitaufwändig werden. Um zu sehen, ob Teile noch im guten Zustand sind, kann man neben der Montier- und Demontier-Funktion auch den Zustand der einzelnen Teile anzeigen lassen. Dafür ist es notwendig, auf das gewünschte Teil zu klicken – es folgt ein kurzer Ladebalken auf den Bildschirm und schon färbt sich das Teil je nach Zustand (grün = in Ordnung, orange bis rot = beschädigt). Das Problem: man weiß gar nicht, von welchem Teil man überhaupt den Zustand überprüft, wenn man keine weiteren Kenntnisse von den Maschinen hat. Da die betroffenen Teile meist die einzigen sind, die anders als grün gefärbt sind, stellt sich das aber nicht als sehr große Einschränkung heraus.
Sollte sich ein Teil gefunden haben, das beschädigt ist und auf Kundenwunsch ausgewechselt werden soll, heißt es alles abzumontieren, damit das entsprechende Teil freiliegt und ebenfalls demontiert werden kann. Nach der Demontage lassen sich einige Teile reparieren oder verkaufen, andere lassen sich allerdings nicht reparieren und müssen verkauft werden. Im Shop kann man sowohl für Traktoren, als auch für Mähdrescher neue Teile erwerben. Es gibt sowohl einen Neuteilemarkt, als auch einen Gebrauchtteilemarkt, wobei sich bei letzterem Teile günstiger, dafür aber ebenfalls nicht mehr in sehr gutem Zustand erwerben lassen. Je nach Budget tun es diese Teile aber bereits. Meistens reicht das Geld aber auch aus, wenn man ausschließlich neue Teile einbaut und gänzlich auf Gebrauchtteile verzichtet. Ist alles repariert, steht hin und wieder noch eine Testfahrt an, bei der die Funktionstüchtigkeit des Traktors oder Mähdreschers nochmal geprüft wird. Diese Tests bestehen die Fahrzeuge in der Regel problemlos. Der Mechatroniker lässt sich in diesem Fall auch vor nächtlichen Testfahrten nicht abschrecken. Die Umwelt wirkt recht authentisch und vermittelt das Gefühl, sich in landwirtschaftlichen Bereichen aufzuhalten, genau wie die Hütte, in der zu Beginn die Traktoren repariert werden.
Im Spielverlauf gilt es diverse Traktoren zu reparieren. Hin und wieder erhält man neue Aufgaben - wie beispielsweise einen Ölwechsel - zu den bisherigen dazu und erfordert neue Aufmerksamkeit. Auch die Mähdrescher erhält man erst nach einiger Zeit zur Reparatur in seiner Werkstatt.

 

Grafik

Die grafische Gestaltung des Spiels wirkt zeitgemäß. Sowohl innen als auch außen ist die grafische Gestaltung zufriedenstellend und auch die Tiefenunschärfe macht was her. Entsprechend des Titels ist die Umgebung ländlich gestaltet und Tiere, die sich auf den Farmen bewegen, vermitteln diesen Eindruck zusätzlich. An den Traktoren und dem Mähdrescher gibt es entsprechende Partikeleffekte am Auspuff, die Bremslichter sind voll funktionstüchtig und bei Testfahrten in der Nacht sind die Scheinwerfer korrekterweise eingeschaltet.. Die Beleuchtung wirkt unserer Meinung nach allerdings schon wieder zu grell und damit unnatürlich. Leider gibt es – sofern man mit ‚C‘ bei Testphasen in die Außenansicht wechselt – nur ein bewegendes Lenkrad, aber keine Person, die dieses bewegt. Zuletzt sind die falschen Schraubrichtungen negativ ins Auge gefallen, wobei dies nur vereinzelt und unregelmäßig passiert.

 

 

Umfang

Es gibt von Auftrag zu Auftrag kleine Unterschiede und auch kommen mit der Zeit sowohl der Mähdrescher, als auch weitere Reparaturen hinzu. Diese werden durch Anleitungen entsprechend verständlich erklärt. Durch die Musik und auch die bereits in der Grafik angesprochene Landschaft wird ein gewisser amerikanischer Flair vermittelt. Die Musik ist an manchen Stellen unserer Meinung nach etwas zu „rockig“, wo Musik im „Country-Style“ eher passen würde. Am Prinzip ändert sich im Spielverlauf allerdings kaum etwas, sodass man schnell das Gefühl bekommt, dass sich Spielvorgänge wiederholen. Durch die Realität ist dies wohl nicht anders möglich, jedoch können wir in diesem Falle deshalb auch keine Langspaßgarantie gewährleisten. Die Traktormodelle wiederholen sich vom Aufbau meistens, auch wenn die Bezeichnung im Arbeitsauftrag gerne variiert. Testfahrten werden meistens erfolgreich abgeschlossen, sodass keine weiteren Kontrollen und damit verbundene Reparaturen mehr durchgeführt werden müssen. Hier stellen wir es uns entsprechend schwierig für den Entwickler vor, eine Vielseitigkeit gewährleisten zu können. Die Bezeichnung einiger Menüpunkte ist teilweise zwar gewöhnungsbedürftig, fällt aber in diesem Fall nicht ins Gewicht, da keine Beeinträchtigung auf Spielspaß oder auf dem Umfang vorliegt.

 

 

Realismus

Hier müssen wir teilweise passen, da das notwendige Fachwissen einfach fehlt. Die vielen Bauteile und dazugehörige Schrauben wurden aber unserer Meinung nach detailgetreu in das Spiel integriert. Hängt ein Teil von einem anderen ab, so lässt sich dieses nicht abmontieren, solange das andere davon abhängige Teil nicht auch abmontiert wurde. Dabei müssen möglicherweise sogar 5 weitere Teile weichen, bis man ein bestimmtes anderes abmontieren kann. Bei den Traktoren wurde auf fiktive Hersteller gesetzt. Leider scheint das Budget von Auftrag zu Auftrag angepasst zu werden, sodass eine Erwirtschaftung dieses Geldes durch effiziente Einkäufe oder vergleichbares nicht möglich ist.

 

 

Fazit

Fans der Arbeit eines Mechatronikers – vor allem im Bereich der Landwirtschaft – könnten hier ihre Freude finden und schrauben, ohne schmutzig zu werden. Ob Nicht-Liebhaber begeistert werden können, ist jedoch fraglich, da der Spielverlauf eher eintönig ist. Bei dem Simulator steht vor allem die praktische Schrauberei an den Maschinen im Vordergrund, weniger wirtschaftliche Aspekte.

 

Einzelbewertungen


Grafik



7 / 10


Umfang



5 / 10


Realismus



6 / 10

   

Gesamtpunktzahl



18 / 30

 

Gesamtwertung:.................60% (befriedigend)

 

 


 Review durchgeführt mit Version 1.00 des Traktor-Werkstatt-Simulators 2015.

Reviews im Race-Sim-Net werden durch die eigenen Erkenntnisse der Autoren verfasst. Wie in vielen Bereichen kann es natürlich zu Meinungsverschiedenheiten kommen! Innerhalb des Testfensters könnten Dinge unentdeckt geblieben sein, wodurch es nach entsprechender Ansicht möglicherweise Lücken geben könnte.

 

 


So werten wir (Angaben in %):