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Produkteindrücke

Alles beginnt wie bei jedem Spiel mit dem Hauptmenü, das eigentlich recht übersichtlich ist. Direkt fiel mir jedoch auf, dass ein Button für „Optionen“ fehlt, sodass man erst den Eindruck bekommt, diese nicht ändern zu können. Allerdings kann man die Optionen ändern, sobald man seine Karriere gestartet hat oder fortsetzt und das Menü öffnet.
Hat man eine Karriere gestartet und in Verbindung damit seinen Charakter erstellt, die Firmenfarbe festgelegt und einen Namen für sein Bauunternehmen gefunden, kann es schon losgehen. Das Spiel bietet im Übrigen die Möglichkeit, drei verschiedene Karrieren zu erstellen. Gesteuert wird die eigene Spielfigur aus der 3rd-Person-Perspektive.

Man startet am Bahnhof des kleinen Dorfs Wolfsheim, wo man auch schon von Hans-Peter beziehungsweise Hape begrüßt wird. Nachdem Hape mich kurz eingeleitet hat, steht es mir zur Wahl, ob ich die Karriere mit einem Tutorial beginne, in dem die Funktionen des Spiels erklärt werden. Natürlich habe ich keine Erfahrungen in der Bedienung und habe das Tutorial nicht übersprungen. Auf dem Firmengelände angekommen wird dem Spieler der Fuhrpark genauer vorgestellt, bevor es dann auf die erste Baustelle geht – in Begleitung natürlich, da ich noch keine Erfahrungen habe und es mein erster Tag in der Firma ist. Meine Aufgabe: Ich soll mit dem Bagger zur Baustelle kommen, der jedoch erst auf den Hänger zum Transport verladen werden muss. Dabei mangelt es allerdings etwas an Erklärungen der Tastenbelegung, sodass man erst einmal ausprobieren musste, wie man den Bagger auf den Hänger verladen bekommt. Dank einer Funktion, die die Tastenbelegung der einzelnen nutzbaren Teile der Fahrzeuge anzeigt, gelingt es mir dann endlich, den Bagger zu verladen. Mit Pritschenlader und Hänger fuhr ich zur nicht allzu weit entfernten Baustelle, wo Hape bereits auf meine Ankunft wartete. Auf dem Baugelände darf man dann mit dem Bagger üben, indem man ein Loch in eine vorgegebene Fläche gräbt, in das anschließend Wasserrohre verlegt werden sollen. Das Üben ist sehr nützlich, denn die Steuerung des Baggers ist sehr komplex. Hat man den Dreh dann einmal raus, sollte das Graben des Lochs kein größeres Problem mehr darstellen. Hier ist jedoch Geduld gefragt. Der Spieler ist beim Bau-Simulator aber nicht nur für das Ausheben von Löchern verantwortlich. Neben dem muss sämtliches Baumaterial vom Spieler erst beim Händler erworben oder Schutt von der Baustelle zum Kieswerk gebracht werden. Beim Erwerb von Baumaterial muss man sich einen Gabelstapler mieten, da die Paletten von Spieler verladen werden müssen. Die Bedienung des Staplers ist leicht und eine Sicherung der Ladung ist mit dem Zurückfahren des Ladearms (zum Sitzplatz hin) möglich. Auch auf dem Pritschenwagen ist die Sicherung der Paletten möglich und nötig, da diese sonst schnell auf die Straße fallen können, wie man es auch aus der Realität bei ungesicherter Ladung kennt. Abgeladen wird auf der Baustelle dann aber wieder mit dem Bagger. Im Tutorial als Aufgabe gestellt waren Produkte schnell erworben, verladen und auf der Baustelle entladen.
Wie erwähnt kann Bauschutt zum Kieswerk gebracht werden. Allerdings bietet dieses Werk nicht nur die Möglichkeit, dort seinen Schutt aus dem Container loszuwerden, sondern auch Beton für den Betonmischer zu erhalten. Der Betonmischer muss im Spielverlauf gekauft werden und steht nicht von Beginn an zur Verfügung. Auf meinem Weg zum Kieswerk fällt auf, dass sowohl Lenkung als auch Beschleunigung des Fahrzeugs etwas gewöhnungsbedürftig sind. Im Verlauf des Spielens habe ich mich aber an die Steuerung gewöhnt. Allerdings scheinen die Baufahrzeuge nicht sehr viel zu wiegen, denn so kann es – versehentlich natürlich – dazu kommen, dass man mit dem Verkehr bei einem Crash ein rechtwinkliges Dreieck bildet oder mit dem Gabelstapler ohne große Mühen den Pritschenlader schieben kann. Nach der Fertigstellung aller Aufgaben, ist die Baustelle des Tutorials fertig und ein neues Wohnhaus erblickt das Dorf. Nach dem Tutorial kann der Spieler selber entscheiden, wie es weitergeht. Wichtig ist es natürlich, an Geld zu kommen.
Im Spielverlauf bekommt man unterschiedliche Aufgaben zugewiesen, die absolviert werden können. Es gibt keine bestimmte Reihenfolge der Aufgaben. Sollte es neue Ausschreibungen – so werden die Bauaufträge bezeichnet – geben, wird man benachrichtigt. Zunächst wird man mit seinen Fahrzeugen Container zum Kieswerk bringen müssen, man soll Baumaterial zur Baustelle bringen  oder Löcher mit dem Bagger ausheben. Des Weiteren kann der Spieler Mitarbeiter einstellen oder alle Fahrzeuge aus dem Fuhrpark verwalten, wobei hier eine gewisse Zahl an Erfahrungspunkte erforderlich ist. Erfahrungspunkte werden wie Geld mit dem Abschließen von Aufgaben gesammelt. Sind genügend EPs gesammelt, steigt man ein Level auf. Die Anzahl der Mitarbeiter ist auf 3 Mitarbeiter und 3 Vorarbeiter, die zum Einrichten der Baustelle dienen, limitiert.
Nach einiger Zeit und dem erfolgreichen Vollenden mehrerer Baustellen konnte ich meinen Fuhrpark auch schon erweitern, weil das nötige Geld vorhanden und das richtige Level erreicht waren. Wann es soweit ist und man sein erstes neues Fahrzeug kaufen kann, erkennt man auch an den Sonderaufgaben. So kann eine Sonderaufgabe angenommen werden und Hape wird dich zu seinem Lieblingshändler in die Stadt schicken, wo du dich nach neuen Baufahrzeugen umsehen kannst. Wenn man sich für ein neues Baufahrzeug entschieden hat, wird im Aufgabenfenster ein Lehrgang angezeigt. Bei diesem Lehrgang kann man sich auf dem Geschäftsgelände des Händlers mit den Funktionen vertraut machen. Bei einigen Fahrzeugen wie dem Pritschenlader mit Kran sollte man sich übrigens gut merken, wie die Kranarme vor der Nutzung sind. Wird der Arm nicht in die richtige Ausgangsposition eingefahren, kann das Fahrzeug nicht gefahren werden. Aber auch hier macht Übung den Meister.
Nun kommen wir zu den bewertungsrelevanten Kategorien, in denen ich nochmal beschreibe, was in den jeweiligen Bereichen gut oder schlecht gewesen ist, bevor es die Punktzahlen gibt!

 

Fahrzeuge

Die Fahrzeuge wurden vom Entwickler mit Liebe zum Detail umgesetzt und Lizenzen von MAN, Liebherr oder Still sind vorhanden. Die Innenräume sehen dem realen Vorbild sehr ähnlich und an Funktionen hat jedes Baufahrzeug einiges zu bieten, was eine realistische Bedienung ermöglicht. Von vielen gewünscht sind auf dem Dach der meisten Fahrzeuge gelbe Rundumleuchten platziert, die typisch für Baufahrzeuge sind. Ist man unterwegs, blinken diese, stellt man das Fahrzeug ab, schalten sie sich automatisch aus. Bei realistisch umgesetzten Baufahrzeugen erwartet man auch realistische Sounds. Bei diesen konnte ich während der Tests keine Fehler feststellen. Sie hören sich realistisch an und jede Funktion eines Fahrzeugs ist auch mit dem dazugehörigen Sound versehen.
Allein die bereits angesprochene schnelle Beschleunigung lassen mich überlegen, ob das wirklich so sein sollte oder ob ich hier mit meinem persönlichen Fahrgefühl falsch liege. Desweiteren scheint das Gewicht einiger Fahrzeuge nicht richtig zu sein, wenn der Gabelstapler in der Lage ist, den Pritschenwagen wegzuschieben und der Pritschenwagen schnell zum Abheben neigt. An einigen Mauern könnte man bei Berührungen durch die Luft geschleudert werden oder umkippen. Gerade auf Brücken mit Steinmauern sollte man deshalb etwas Abstand von den Mauern nehmen. Bei Leitplanken tritt das Problem nicht auf. Nett wäre noch eine Möglichkeit, mit dem Baufahrzeug zu blinken oder Licht einschalten zu können (gerade in Tunneln), was jedoch nicht zu lebensnotwendigen Features gehört und den Spielspaß auch nicht beeinträchtigt.

 

 

Funktionen

Beim Spielstart fällt direkt auf, dass das Spiel nicht nur mit der Tastatur und Maus gespielt werden kann. Hier wurde neben Tastatur und Maus auch auf eine optimierte Bedienung mit einem Kontroller gesetzt. Da mir im Testzeitraum leider kein Controller zur Verfügung stand, konnte diese Funktion nicht getestet werden. Es gibt diverse weitere Funktion neben denen, die die Baufahrzeuge zur realen Bedienung bieten. Man hat die Möglichkeit, ein Hilfemenü ein- und auszublenden, wenn man mal nicht weiß, welche Taste eine bestimmte Funktion auslöst. Außerdem sind unterschiedliche Kameramodis beim Fahren eines Fahrzeugs vorhanden. Die Kameraeinstellungen könnten allerdings noch optimiert werden. Beispielsweise lassen sich Kopfbewegungen beim Lenken des Pritschenladers in der Innenansicht nicht abschalten, was ich recht störend finde. In der recht großen Spielwelt muss der Spieler auch nicht immer zu den Zielen fahren. Fahrzeuge können entweder kostenlos zum Firmengelände transportiert werden und bereits besuchte Orte wie das Kieswerk oder der Hafen in der Stadt, der am anderen Ende der Spielkarte liegt, können mit einer festgelegten Summe je nach Entfernung ebenfalls mit der "schnellen Fahrt" durchgeführt werden. Leider gibt es beim Bau-Simulator keine weiteren Wettereffekte außer Sonnenschein.

 

 

Umgebung

Die Spielkarte des Bau-Simulators ist eine offene Karte und ist groß geworden. Während man im Dorf eher das dörfliche Flair spürt, ist in der Stadt mit breiten Straßen, vielen Kreuzungen und größeren Häusern mehr das städtische Flair zu spüren, was den Entwicklern gelungen ist. An Straßenmarkierung wurde bei der Gestaltung der Spielwelt auch nicht gespart, sodass Pfeile bei größeren Kreuzungen Verwirrungen vermeiden. In der Nähe des Staudamms gibt es auch eine etwas engere Straße, die das fahrerische Können des Spielers etwas mehr abverlangt, was mir ziemlich gut gefallen hat. Landschaftlich hat die Karte einige schöne Stellen zu bieten, wobei mir die Region rund um den Staudamm am besten gefallen hat.
Leider wirkt die Fahrt im langen Straßentunnel hingegen eher etwas „eintönig“. Gerade bei einem langen Straßentunnel erwarte ich zumindest Hinweise auf Fluchtwege und Ventilatoren an den Decken, denn länger als 300m kommt mir der Tunnel am Ausgang des Dorfes auf jeden Fall vor.
Des Weiteren wirkt der Bahnhof gerade in der Stadt sehr verlassen, obwohl Bahnhöfe in größeren Städten tagsüber mit Ausnahmen so gut wie immer voller Leben sind. Auf eine sorgfältige Beschilderung wurde geachtet, auch wenn genau das mit den Pfeilen auf den Autobahnschildern etwas vernachlässigt wurde.
Felder besitzen 2D-Bepflanzung, woran ich generell auch zu Zwecken einer besseren Performance nichts auszusetzen habe, wenn man nicht genau an das Feld vorbei müsste und die Pflanzen kaum erkennen kann.

 

 

Grafik

Grafisch ist das Spiel gerade im Vergleich zum Vorgänger gut gelungen. Mit großer Sichtweite wird alles problemlos dargestellt.
Allerdings sind mir während des Tests mehrmals Dinge ins Auge gefallen, die noch geändert werden könnten. So macht man sich die Mühe, ein Loch mit dem Bagger zu graben und danach ist das Loch plötzlich wieder verschwunden. Hier kann man zunächst denken, dass die Rohre bereits verlegt wurden, da der Spieler nicht für die Verlegung verantwortlich ist. Allerdings ist dem nicht so, denn die Rohre muss man danach erst mal vom Händler kaufen.
Schön ist es, dass die Reifen verschmutzen, wenn man den Schmutz am Straßenrand befährt. Leider werden aber direkt beide Räder verschmutzt, was etwas unrealistisch wirkt. Die Räder sind nach kurzer Zeit wieder frei vom Schmutz und auch die Spur lässt dann entsprechend nach und verschwindet. Leider habe ich noch einen weiteren Mangel entdecken müssen. Wenn ein Haus fertiggestellt ist und man nur noch das Baugelände verlassen muss, kann es passieren, dass das Fahrzeug zu früh als verlassen erkannt wird und der Bagger oder der Pritschenwagen gerne im Garten steht und man nicht herauskommt. Hier kann man sich ganz leicht mit dem Zurücksetzen zum Firmengelänge oder der Backspace-Taste zum Zurücksetzen auf die Straße helfen, allerdings ist sollte sowas nicht passieren. Während der Fahrt ist mir hin und wieder aufgefallen, dass die Spielwelt kurz zu Flackern beginnt, wobei dies zwischenzeitlich und nur für kurze Zeit passiert. Allgemein gibt es hier und da noch kleinere Bugs, die behoben werden sollten, wobei der Spielspaß nicht von allen beeinträchtigt wird.

 

 

Umfang

Größter Pluspunkt beim Bereich Umfang stellt ohne Zweifel der Multiplayermodus dar, mit dem der Spieler ein Bauprojekt zusammen mit bis zu drei Freunden online vervollständigen kann. Des Weiteren gibt es zahlreiche Aufgaben, denen sich der Spieler widmen kann. Hier sollte man aber beachten, dass die Aufgabenvielfalt erst dann steigt, wenn mehr Baufahrzeuge wie der Betonmischer oder der Kran erworben wurden. Sofern man aber Fassaden einer Hauswand verputzen will, wird hier leider enttäuscht. Hier geht es alleine um die Bedienung der original nachgestellten Baufahrzeuge auf Baustellen. Weitere Motivation bietet das angesprochene System mit den Levels und Erfahrungspunkten sowie der Nutzung der Steam-Errungenschaften, die man je nach Absolvierung von Aufgaben oder anderen Bedingungen erhält. Neben Baufahrzeugen können auch weitere Mitarbeiter eingestellt werden, die dem Spieler bei den Bauarbeiten helfen. Realistisch ist hier das Abziehen einer bestimmten Summe des Verdienstes vom eigentlichen Verdienst, wenn man einen Mitarbeiter die Arbeit erledigen lässt, denn dieser möchte bekanntlich auch gerne etwas Geld verdienen.
Wem die Arcade-Steuerung nicht gefällt, der hat die Möglichkeit, auf die Profisteuerung zu wechseln, die den Spielspaß nochmal etwas erhöht und die Bedienungen der Fahrzeuge realistischer macht.
Entgegen dessen wurde bereits die fehlende Möglichkeit angesprochen, die Optionen vor dem Spielbeginn zu ändern. Mit dem Tutorial wird man in das Spiel eingeleitet und zusammen mit Hape erledigt man seine erste Baustelle. Hier wäre eine ausführlichere Erklärung der Bedienung durch Hape neben der Einblendung der Belegungen noch interessant gewesen. Nach dem Erwerb neuer Baufahrzeuge kann man Lehrgänge nutzen, um mit dem neuen Fahrzeug zu üben, was sehr nützlich sein kann.
Der Bau-Simulator 2015 bietet außerdem die Möglichkeit, seine eigenen Fahrzeuge oder Baustellen zu modden. Sobald die ersten Ergebnisse von Moddern zum Download bereitstehen, könnte das Spiel noch umfangreicher werden und den Spielspaß erhöhen.

 

 

Fazit

Im Vergleich zum Bau-Simulator 2012 hat sich der Bau-Simulator 2015 in vielem verbessert, auch wenn es hier und da noch einige Bugs gibt, die behoben werden sollten. Wem das Arbeiten mit originalgetreuen Baufahrzeugen gefällt, ist mit dem Bau-Simulator 2015 richtig bedient. Gerade durch die verfügbaren Lizenzen, Moddingmöglichkeiten und auch dem Multiplayermodus ist der Spielspaß für die Personen garantiert, die schon immer einmal auf Baustellen aushelfen wollten. Wenn auch die kleineren Bugs ausgebessert werden, gerade was das „Gewicht“ der Fahrzeuge betrifft, kann auch die PC-Version viele erfreute Fans finden.

 

Einzelbewertungen


Fahrzeuge



8 / 10


Funktionen



7 / 10


Umgebung



8 / 10


Grafik



7 / 10


Umfang



7 / 10

   

Gesamtpunktzahl



37 / 50

 

 Gesamtwertung:.................74% (befriedigend)

 

 


 Review durchgeführt mit Version 1.04 des Bau-Simulator 2015.

Reviews im Race-Sim-Net werden durch die eigenen Erkenntnisse der Autoren verfasst. Wie in vielen Bereichen kann es natürlich zu Meinungsverschiedenheiten kommen! Innerhalb des Testfensters könnten Dinge unentdeckt geblieben sein, wodurch es nach entsprechender Ansicht möglicherweise Lücken geben könnte.

 

 


So werten wir (Angaben in %):