.

Kurznavigation:

 

 

Produkteindrücke


Ein Rennspiel, das in seinem Ergebnis sowohl an Splatoon, als auch an Mario Kart und Wipeout erinnert? Und ein Rennspiel, bei dem es nicht auf den Einzelnen, sondern auf  Teamarbeit ankommt? Die zunächst eigenartige Mischung ist im Sinne eines interessanten Konzepts tatsächlich zu einem Spiel geworden. Trailblazers nennt sich das Ganze, ist  ein Arcade-Rennspiel und seit Anfang Mai für den PC, die PS4 und die Xbox One verfügbar. Wir haben die Möglichkeit bekommen, uns das ganze am PC etwas genauer anzusehen.

Bevor wir zum Inhalt kommen, ein gut gemeinter Rat vorweg: Wer das Spiel am PC spielen möchte, sollte schon beim Kauf sicherstellen, einen Controller zu besitzen. Alternativ könnte sich schnell Ernüchterung breit machen, denn mit der Tastatur kommt man in Trailblazers nicht einmal ins Hauptmenü. Auf Steam haben sich schon mehrere Personen diesbezüglich geäußert und die Entwickler versprechen, Tastatur-Support auf die To-Do-Liste aufzunehmen. Einen entsprechenden Hinweis zur Notwendigkeit eines Controllers gibt es aber auf der Shop-Seite des Spiels auf Steam.

 

 

Farbe ist der Schlüssel zum Sieg

Wer einen Controller besitzt, der kann sich direkt am Anfang über eine interessante Präsentation des Spiels freuen. Dies geht unter anderem über die Musik mit einem Stil aus dem letzten Jahrzehnt bis hin zu knalligen Farben und einem futuristischen Erscheinungsbild. Im Hauptmenü angekommen, stehen 3 unterschiedliche Spielmodi und die Optionen zur Auswahl. Zu den Spielmodi zählen die Kampagne (1 Spieler), eigene Rennen (1-4 Spieler) und ein Onlinemodus (1-4 Spieler). Ich habe mir im Rahmen des Tests zunächst die Kampagne angesehen.

Am Anfang wird der Spieler in das Spiel eingewiesen, wobei das Spielprinzip an sich sehr einfach zu verstehen ist. Ihr bewegt ein Fahrzeug über eine Rennstrecke und könnt diese dabei einfärben. In eurer Farbe gefärbte Stellen machen euch schneller, wenn ihr diese befahrt. Der dadurch entstehende Boost in vier Stufen aufgeteilt ist. Je höher die Stufe, desto höher ist auch der Multiplikator (x1 – x4) für die Punkte, die ihr im Verlauf eines Rennens sammelt. Beim Befahren freier Flächen oder gegnerischer Farben fällt der Boost rapide und der Geschwindigkeitsvorteil ist wieder verschwunden. Auch die Punkte gehen schon bei einer leichten Berührung der Leitplanke direkt wieder verloren. Farbe ist begrenzt und sollte dosiert und bedacht eingesetzt werden. Nachdem eure Farbe leer ist, müsst ihr etwas warten, bis sich diese wieder auflädt. Ist der Farbbalken voll, könnt ihr auch einen Angriff starten. Über Y auf dem Controller wird dann ein Farbstreifen nach vorne „geworfen“. Sollte dieser ein gegnerisches Fahrzeug treffen, dreht sich dieses und wird so kurzzeitig außer Gefecht gesetzt. Eure Möglichkeit, wieder aufzuholen.

 

 

KI härter als ein harter Brocken

Nun konnte es nach der Einführung auch ins erste Rennen gegen die KI gehen. Direkt beim Start des Rennens fällt auf, dass einige Gegner nach Rennstart einfach quer fahren, um möglicherweise andere Fahrzeuge zu blockieren. Oder sie machen es einfach ziellos. Zumindest wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie rabiat die KI in Trailblazers sein kann. Mit diesem und weiteren Rennen zeigte sich, dass das Spiel für ordentliche Herausforderungen sorgen kann, was auf der einen Seite für Spaß sorgt. Ganz ohne Frust kommt man auf der anderen Seite aber auch nicht immer um die Rundkurse.

Die KI und das Kollisionsverhalten bilden mitunter den größten Frustfaktor. Berührungen mit Leitplanken oder anderen Hindernissen auf der Strecke sorgen oft für einen „Ping-Pong“-Effekt. Entweder wird man zwischen den Leitplanken hin und her gestoßen, weil man das Auto nicht unter Kontrolle bekommt oder das Fahrzeug verhält sich nach Kollisionen unnachvollziehbar. Gerne steht man dann auch mal verkehrt herum auf der Strecke. Des Weiteren sind die KI-Fahrzeuge auf einem extremen Konfrontationskurs, sodass es regelmäßig und manchmal sogar sehr oft hintereinander zu Kollisionen kommt. Auch diese sorgen für das eben angesprochene Verhalten des Fahrzeugs. Danach belegt man logischerweise meistens einen der letzten Plätze und an einen Rennsieg braucht man meist nicht mehr denken, da sich Aufholjagden in Trailblazers als unerwartet schwierig erweisen. Gerade die ersten Plätze werden schnell uneinholbar. An der Kraft gemessen scheinen die KI Steine geladen zu haben, denn sie wirken sehr schwer und wie auf „Schienen“.

Übrigens zählen zu den KI-Fahrzeugen nicht nur die Gegner, sondern auch KI-Kollegen im eigenen Team. Teilweise sind diese ebenso rücksichtslos und können euch ordentlich blockieren. Selbst, wenn man alles Mögliche versucht, Kollisionen aus dem Wege zu gehen – irgendwann passiert es doch wieder.

Nun aber genug von der KI und auf zu den Fahrzeugen. Wie das Spiel selbst, sind auch die Fahrzeuge bunt und futuristisch gehalten. Sie sehen detailreich aus und bereiten Spaß. Lediglich das Handling könnte hier und da noch kleinere Verbesserungen vertragen. Für ein Arcade-Rennspiel ist dies in meinem Erachten nach aber völlig in Ordnung und nicht unfahrbar.

 


 

Flexibilität hat oberstes Gebot

Durch die Einfärbungen der Rennstrecke  habt ihr niemals eine festgelegte Ideallinie, sondern müsst euch immer anpassen. Sind eure Spuren nicht effizient genug oder haben Gegner eure längst wieder übermalt, müsst ihr wieder handeln. Falsche Taktiken können dafür sorgen, dass ihr im Fahrerfeld zurückfallt und möglicherweise den Anschluss verliert. Nicht selten fahren die Führungsfahrzeuge unaufhaltsam davon. Einige Rennen im Test haben aber auch gezeigt, dass mit Glück und durch ein gutes Legen von Spuren Aufholjagden nicht ganz unmöglich sind. Außerdem muss man unter anderem in der Kampagne nicht immer gewinnen. Manchmal reicht es auch schon, wenn gewisse Aufgaben erfüllt werden oder gemäß der Story ein Charakter aus dem Team ordentlich ins Ziel kommt. Das ist durch die aggressive Fahrweise nämlich sehr wohl möglich. Alles in allem ist taktieren in diesem Arcade-Rennspiel oberstes Gebot!

 

Die Sache mit dem Spielstandverlust...

Die Kampagne besteht aus über 20 Kapiteln. Ich persönlich fand sie ganz interessant, ist auf Dauer aber wohl nur beiläufiger Natur. Zusätzlich werden die Herausforderungen am Ende so schwer, dass man mit einem Versuch meist nicht auskommt. Und dann ist da ja immer noch die KI, die einem das Leben sowohl als Gegner, als auch als Teamkollegen nicht leichter macht. Noch ärgerlicher ist es aber, wenn man in der Kampagne voran kommt und dann der Spielstand verloren geht. Dies ist uns im Test passiert und auch im Internet haben sich schon Nutzer darüber beschwert. Hier sollten die Entwickler schnell eine Lösung anbieten, denn das wird in kurzer Zeit noch frustrierender, als  nicht nachvollziehbare Kollisionen. Wenn man die Story dann zwangsweise mehrere Male durchspielen muss, um den letzten Stand zu erreichen, verliert man sehr schnell die Motivation und Lust.

Die unterschiedlichen Strecken sehen ordentlich und detailreich aus. Und auch hier findet sich der allgemeine futuristisch-bunte Stil von Trailblazers wieder. Lediglich die Auswahl wirkt mit 10 Strecken etwas klein, da sich Strecken in der Kampagne nach kurzer Zeit schnell wiederholen. Allerdings lassen sich die Tracks auch in umgekehrter Richtung fahren, was manchmal auch für Verwirrung sorgen kann. Gerade, wenn man bei einzelnen Hindernissen das Gefühl hat, dass die Strecke nur für eine Richtung geeignet ist. Aber hiermit hat man eine Herausforderung, die Spaß macht.

In den einzelnen Events muss man wie erwähnt nicht immer nur als erster ins Ziel kommen. Auch gibt es Zeitrennen, bei denen es eine bestimmte Zeit zu schlagen gilt oder Rennen, bei denen eine bestimmte Anzahl an Farb-Flaggen ausgelöst werden sollen.

 

 

Online fehlt nur noch die Spielerschaft

Nun gibt es neben der Kampagne aber auch noch Multiplayer-Modi, auf die ich nun eingehen möchte. An sich gleicht das grundlegende Spielprinzip natürlich dem aus der Einzelspieler-Kampagne. Auch hier muss man effizient Spuren zum Boosting legen, damit man vorne mitfahren kann. Allerdings hat man hier umso besser die Möglichkeit, sich mit Mitspielern kooperativ abzustimmen. Einzige Voraussetzung ist, dass ihr Mitspieler habt, die dies zulassen. Lobbys, die man manuell betreten kann, scheint es bisher nicht zu geben. Stattdessen wird man - gemessen an Optionen - automatisiert einer Lobby zugewiesen. Dies erweist sich momentan noch als eher schwierig, da andere Online-Spieler anscheinend nicht in Massen zur Verfügung stehen oder ich ein unglückliches Händchen hatte. Wenn es aber zu einem Match kommt, dann hat man doch Freude am Spiel. Ein Anfang für Optimierungen wäre hier aber auf jeden Fall eine Möglichkeit, manuell unterschiedlichen Räumen beitreten zu können.

 

Solide Performance, aber noch Luft beim Sound

Zuletzt gibt es bei der Grafik und der Performance nicht viel zu meckern. Das Spiel läuft solide und weist neben kleineren Rucklern keine nennenswerten Leistungsprobleme auf. Dabei haben wir das Spiel auf den höchsten Einstellungen getestet. Die Ladezeiten zwischen den einzelnen Rennen sind akzeptabel. Beim farbenfrohen Stil des Spiels kommt es vermutlich auf den Geschmack des Einzelnen an.

Die Musik gefällt mir, da die Richtung etwas neues für ein Rennspiel ist. Sie passt auf jeden Fall ins Konzept. Die Sounds bei den Fahrzeugen könnten meiner Meinung nach aber noch etwas aufregender sein. Selbiges gilt auch für den Umgebungssound. Da könnte man bei den unterschiedlichen und eigentlich schönen Settings auch nochmal das eine oder andere für die Ohren rausholen.

 

Das Testsystem:
Grafikkarte: Palit GeForce GTX 1060, 6GB VRAM
Prozessor: Intel® Core i5-7600 (4x 3.50GHz)
Mainboard: Gigabyte Z270-HD3P
RAM: 16GB
Betriebssystem: Windows 10 Pro (1709), 64bit 

 

 

 

Einzelwertungen


Nun komme ich zu den Einzelwertungen. Die Punkte für die nachfolgenden 3 Wertungsaspekte sind in der Tabelle unterhalb der Beschreibungen zu finden! Um für mehr Transparenz und eine schnelle Übersicht zu sorgen, werden Wertungsfaktoren nicht mehr als Text, sondern stichpunktartig in Tabellen dargestellt! Das Fazit gibt es in Textform weiterhin unten!

 

Fahrzeuge & Streckendesign

Positiv Negativ
  • Dem Stil entsprechende Fahrzeuge und Strecken
  • Fahrzeuge mit unterschiedlichen Fahreigenschaften
  • Detailliertes Streckendesign
  • Strecken lassen abschnittsweise unterschiedliche Wege offen
  • Hindernisse sorgen für interessante Herausforderungen und Möglichkeiten
  • Boost-Flaggen können neben Einfärbung für zusätzliche Farbspuren sorgen
  • Streckenauswahl recht mager (10 Strecken)
  • Handling manchmal indirekt und gewöhnungsbedürftig
  • KI-Kollisionen oder Kollisionen mit Hindernissen können für nicht nachvollziehbares Fahrverhalten des Fahrzeugs sorgen; kann den Spielspaß mit der Zeit beeinträchtigen

 

 

Grafik / Sounds

Positiv Negativ
  • optisch einwandfreie Darstellung der Inhalte
  • Musik erinnert etwas an frühere Zeiten (90er, 00er), passen zugleich aber auch zum futuristischen Stil des Spiels
  • angenehme Auswahl der Soundtracks
  • interessantes und zum Spielkonzept passendes Design, das sich über das ganze Spiel entwickelt
  • Fahrzeug- und Umgebungssounds könnten aufregender bzw. abwechslungsreicher sein
  • grafisch etwas schlicht gehalten, was jedoch dem Stil dienen könnte

 

 

Umfang (Preis/Leistung)

Positiv Negativ
  • Unterschiedliche Spielmodi/Aufgaben für bei Mehrspieler-Rennen und der Story (Zeitfahren, Flaggen auslösen, normale Rennen)
  • Individuelle Ziele in unterschiedlichen (Story-)Rennen
  • Herausforderungen sind gegeben
  • sehr interessantes Spielkonzept, das nicht für schlichte Rennen sorgt, sondern Taktiken fordert und eintönige Rennen verhindert
  • Rennen können durch Farbspuren nie gleich verlaufen
  • Ein Rennspiel, das Kooperation in den Vordergrund stellt
  • Eine an sich interessant gestaltete Story-Idee
  • KI kann im Optimalfall für Herausforderungen sorgen...
  • Spiel erfordert erhöhtes Multitasking, um effektiv Farbe zu verteilen, aber auch gewinnen zu können
  • Splitscreen-Modus
  • Errungenschaften auf Steam
  • ...KI ist allerdings auch viel zu aggressiv und oft auf Kollisionskurs; kann bei zu großem Abstand uneinholbar werden
  • Verlust/Reset des Spielstandes durch Fehler möglich und sehr ärgerlich
  • Online-Modus ausbaufähig (u.a. bessere Lobbys)
  • Detaillierte Ergebnisse müssen nach Rennende gesondert abgerufen werden und werden so schnell übersehen
  • teils zu starker Punktabzug bei sehr leichter Berührung der Wände/Hindernisse z.B. mit der hinteren Ecke des Fahrzeugs
  • Aufgaben bzw. Ziele in der Story werden besonders zum Ende hin sehr bzw. zu schwer (insbesondere im Zusammenhang mit der KI)
  • Ledglich ein fixer Handlungsstrang in der Story (~)

 

 

Fazit und Punkte


Insgesamt hat Trailblazers auf der einen Seite sehr viel Spaß bereitet, auf der anderen Seite durch die KI oder vorallem durch den Verlust der Spielfortschritte aber auch für Frust gesorgt. Die Entwickler verfolgen hier eine interessante Idee und das finale Konzept wurde in ein schon sehr ordentliches Spiel gepackt. Kooperation und strategisches Geschick in Rennen sind zwei unabdingbare Aspekte in Trailblazers. Allerdings scheint das Potential dieses Konzepts noch lange nicht ausgeschöpft zu sein und bedarf hier und da noch Feinschliffe. Eine Kaufempfehlung gibt es für diejenigen, die einfach mal etwas neues ausprobieren wollen und durch mögliche Rückschläge oder bei teils enormen Herausforderungen nicht gleich aufgeben. Andere sollten mit einem Kauf jedoch noch warten.

Kaufempfehlung: ja

 

 

Einzelbewertungen


Fahrzeuge & Streckendesign



8 / 10


Grafik + Sound



8 / 10


Umfang
(Preis/Leistung)


13 / 20

   

Gesamtpunktzahl



29 / 40

 

Prozentuale Wertung:.................73 % (befriedigend)

 

 


Review durchgeführt mit "11. Mai"-Update zu Trailblazers.
Alle Aktualisierungen bis zum Reaktionsschluss wurden im Test berücksichtigt. Wir danken Cosmocover für die freundliche Bereitstellung des Spiels!

Reviews im Race-Sim-Net werden durch die eigenen Erkenntnisse der Autoren verfasst. Wie in vielen Bereichen kann es natürlich zu Meinungsverschiedenheiten kommen! Innerhalb des Testfensters könnten Dinge unentdeckt geblieben sein, wodurch es nach entsprechender Ansicht möglicherweise Lücken geben könnte.


So werten wir (Angaben in %):

 

 

 

Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel leider deaktiviert. Das tut uns Leid!

Deine Race-Sim-Net - Plattformleitung