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Produkteindrücke


Für uns ist es erst  einmal eine große Ehre, in diesem Jahr noch das zweite Rennspiel-Review in der Geschichte der Plattform verfassen zu dürfen. Lange bin ich nicht mehr auf einem virtuellen Zweirad unterwegs gewesen, sodass ich diesen Test auch als gewisse Herausforderung angesehen habe. RIDE 2 ist das neueste Motorrad-Rennspiel von Milestone für PC, Xbox One und PS4. Wir hatten die Möglichkeit, die PC-Fassung des Rennspiels mal genauer unter die Lupe zu nehmen und wollen euch in diesem Review zeigen, wie wir die virtuelle Rennaction auf zwei Rädern finden!

 

Aller Einstieg ist schwer

Der Download und die Installation des rund 30GB großen Spiels erfolgt über die Vertriebsplattform Steam. Beim ersten Spielstart muss das eigene Spielerprofil samt Namen, Nationalität und Hautfarbe angelegt werden, bevor es zu einem ersten Testrennen nach Griechenland geht. Hier bietet sich also direkt am Anfang die optimale Gelegenheit, ein Motorrad in RIDE 2 mit seiner Fahrphysik kennenzulernen. Und dieses Proberennen ist für Neueinsteiger auch gar nicht mal so schlecht. Neben der Gewöhnung an das Fahren habe ich mich auch mit den Fahrhilfen auseinandergesetzt, wobei ich dort zunächst keine größeren Änderungen vorgenommen habe.  Es brauchte etwas Zeit, bis ich überhaupt herausgefunden habe, wann einlenken sollte, wie man S-Kurven durchfahren sollte und was beim Bremsvorgang zu beachten ist. Hier ist etwas anderes Fahrgeschick gefordert, als bei einem Auto mit vier Reifen. Ist das Motorrad in einer Rechtskurve und es folgt direkt eine Linkskurve, ist rechtzeitiges Lenken erforderlich, damit dem Motorradfahrer ausreichend Zeit bleibt, um sich auf der anderen Seite in die Kurve zu legen. Dieser Vorgang dauert an sich recht lange und ich habe das Gefühl habe, dass es in der Realität definitiv etwas zügiger geht. Auch das gleichzeitige starke Bremsen und Lenken ist etwas, was man nicht zwingend machen sollte. Während einem bei einem vierrädrigen Fahrzeug durch das ABS nicht zu viel passieren sollte, kann das Motorrad wegrutschen und der Fahrer stürzt. Stürze sind im Spiel simuliert und kosten sehr viel Zeit, wenn man darauf verzichtet, das Renngeschehen bis vor dem Unfall zurückzuspulen.

Nach mehreren Rewinds - so wird das Zurückspulen der Rennsituation bezeichnet - und Neustarts ist es mir gelungen, ein ordentliches Proberennen abzuliefern und sturzfrei ins Ziel zu kommen. Durch Erfahrungen mit Rennspielen bin ich - anders als eigentlich vermutet - doch recht schnell mit der Steuerung vertraut gewesen, wobei auch Fahrhilfen nachgeholfen haben. Zumindest dachte ich das bis zu dieser Stelle, aber dazu später mehr.

 

Jetzt geht's los

Das richtige Vergnügen beginnt dann aber definitiv mit Abschluss des Übungsrennens. Zunächst habt ihr die Auswahl zwischen vier Motorrädern, mit denen erste Rennen in der entsprechenden Rennklasse der World Tour - Events bestritten werden können. Das Gute an der Auswahl: Für keines der Motorräder müsst ihr etwas blechen. Für neue Bikes muss aber zur Ingame-Währung gegriffen werden, die sich "Credits" nennt. Geld erhaltet ihr mit dem Abschluss jedes Rennens auf den vorderen 3 Plätzen. Die  Credit-Menge ist allerdings nicht nur von den Platzierungen am Ende des Rennens abhängig. Stattdessen können schwierigere Rennoptionen oder andere Schwierigkeitsstufen einen Credit-Bonus bedeuten. Sprich: Je komplexer das Rennen wird, umso mehr werdet ihr prozentual belohnt. Bei den Fahrhilfen empfehle ich es jedoch nicht, alles auf einmal zu deaktivieren, wenn man keine Spielerfahrung hat. Man sollte sich langsam an die schwierigeren Optionen heranwagen.

 

Pimp my Bike!

Verdiente Credits können nicht nur dazu genutzt werden, um neue Motorräder für andere Rennklassen zu kaufen. Stattdessen gibt es auch Optionen zum Tuning, die es mir persönlich sehr angetan haben! Schnell habe ich bei den World-Tour-Events gemerkt, dass ich mit dem ausgewählten Erstmotorrad nur große Mühe habe, am Feld dran zu bleiben oder vordere Positionen zu erreichen. Erst nach dem Einbau von neuen Teilen konnte ich erste Erfolge verzeichnen. Von Motor, über Fahrwerk, bis hin zu Felgen oder Spiegel: Am Motorrad selbst lässt sich sehr viel auswechseln, um bessere Leistungen zu erzielen oder das Gewicht zu reduzieren. Lediglich bei der Grundlackierung des Bikes werden Lackierungsarten vom Spiel vorgeschrieben. Eigene Farben können nur bei einer kleinen Auswahl an Teilen genutzt werden.

 

Herausforderungen warten!

Credits für das erste richtige Tuning habe ich übrigens in den schnellen Rennen gesammelt, die etwas einfacher und zugeschnittener wirkten, als die World Tour-Event Rennen. Nach dem Tuning war es dann aber möglich, in den WTE-Rennen dranzubleiben und Erfolge zu erzielen.

RIDE 2 bietet einiges an Herausforderungen, wie ich im Spielverlauf feststellen konnte. Rennen bei der World Tour bestehen nicht alleine aus dem Kampf gegen andere Teilnehmer auf der Strecke. Unter anderem muss man sich auch in Zeitrennen gegen die Uhr messen oder sein fahrerisches Können in "Perfekte Linie"-Rennen unter Beweis stellen. Im letzteren ist die Ideallinie zeitweise von Verkehrsleitkegeln umgeben. Wer es nicht schafft, zwischen diesen zu fahren, der bekommt teils eine hohe Strafzeit aufgebrummt. Manchmal startet man dann schon mal direkt neu, wenn  alleine im ersten von sechs Pylonen-Sektoren eine Strafzeit von 13 Sekunden addiert wird. Wer mit den Bikes aber allesamt klar kommt und die Ideallinien der Strecken kennt, muss sich um diese Herausforderungen zuletzt keine weiteren Gedanken machen. Doppelrennen oder Kopf an Kopf Rennen sind weitere herausfordernde Spielmodi.

Wem die Singleplayer-Herausforderungen nicht reichen, der kann selbstverständlich auch noch andere Modi nutzen, die das Spielen mit echten Gegnern ermöglichen. Einerseits bietet sich so die Gelegenheit, dass ihr euch lokal an einem PC mit einem Freund messt oder ihr tretet im Online-Modus gegen internationale Gegner an.

 

Es geht voran!

Mit dem Sammeln von Medaillen können neue Rennklassen ausprobiert werden, die Motorräder mit mehr Leistungspunkten fordern. Allerdings sollte man beachten, dass andere Bikes auch andere Fahreigenschaften besitzen. So lenkt sich ein Naked-Bike im Spiel anders, als eine Supermoto-Maschine. Anpassungen und Umstellungen beim Fahren sind bei unterschiedlichen Maschinen also garantiert. Übrigens sorgen nicht nur die Bikes selbst für Änderungen beim Fahren, sondern auch das Wetter. Nasse strecken zeigen sich rutschiger als trockene. Somit ist die beim Übungsrennen gewonnene Hoffnung, dass man das Spiel beherrscht, zunichte gemacht - aber auf jeden Fall auch im positiven Sinn!

Nach einer bestimmten Anzahl absolvierter Rennen endet im Übrigen auch eine Saison. Am Ende jeder Saison werden euch dann Einladungsevents angeboten, die ihr bestreiten könnt. Nach jeder Saison ist immer nur ein Einladungsrennen auswählbar. Sofern ihr die ersten drei Positionen belegt, erhaltet ihr nach einem solchen Rennen nicht nur eine sehr hohe Anzahl an Credits und Ruf, sondern auch ein kostenloses Motorrad dazu! In der neuen Saison kann dann dort weitergemacht werden, wo man in Saison 1 aufgehört hat. Es kommt nur auf die Anzahl absolvierter Rennen an, nicht auf die Anzahl absolvierter Rennklassen. Dennoch müsst ihr genügend Goldmedaillen sammeln, um neue World Tour-Event-Stufen neben Amateur freizuschalten.

 

Gute Leistungen, mehr Ansehen!

Zuletzt möchte ich nun die im letzten Absatz erwähnten Ruf-Punkte ansprechen. Nach jedem Rennen erhält man eine gewisse Anzahl an Ruf-Punkten. Diese decken sich meist etwa mit der Anzahl der Credits, die man für ein Rennen erhält. Auch hier gilt, dass man für gewonnene Rennen mehr Punkte erhält, als für niedrigere Platzierungen. Auch gilt das Schwierigkeits-Prinzip an dieser Stelle. Mit Rufpunkten könnt ihr in der vorgegebenen Weltrangliste aufsteigen. Je mehr Punkte ihr habt, umso höher ist euer Rang. Ziel ist es selbstverständlich, so viel Ruf zu sammeln, dass man früher oder später ganz oben auf der Liste steht. Dabei sollte man aber beachten, dass das natürlich mit viel Arbeit verbunden ist.

 

 

 

Einzelwertungen


Nun komme ich zu den Einzelwertungen. Die Punkte für die nachfolgenden 5 Wertungsaspekte sind in der Tabelle unterhalb der Beschreibungen zu finden!

 

Motorräder

Wenn mit BMW, Ducati, Kawasaki und co. insgesamt 190 Bikes eine Hersteller-Lizenz haben, sollte man sich um die Auswahl keine Gedanken mehr machen. Der Meinung waren auch die Damen und Herren vom britischen "Guinness World Records", denn RIDE 2 ist mit dem Weltrekordtitel "Größte Anzahl lizensierter Motorräder in einem Videospiel" ausgezeichnet worden! Alle gesehenen Motorräder überzeugten in der Optik und sind der jeweiligen Klasse und dem Hersteller durch ihr Aussehen auch weitestgehend problemlos zuzuordnen. Bis auf eine gewöhnungsbedürftige und etwas eigenartige Lenkung, verhalten sich die Motorräder den Leistungsangaben entsprechend und reagieren - je nach Fahrhilfen - auf  Veränderungen bei Wetter und  werden auf Wiese oder im Sand teils unkontrollierbar. Auch zu starkes und unkontrolliertes Bremsen kann  das Bike sehr unsanft mit dem Abflug für den Fahrer bestrafen. Ein Schadensmodell gibt es bei keinem der Motorräder.

 

 

Spielspaß

Für den notwendigen Spielspaß sorgen in RIDE 2 zahlreiche Modi. Beispielsweise kann man sich bei den World Tour-Events vorarbeiten oder man vergnügt sich in den Schnellen Modi auf den unterschiedlichen und frei wählbaren Rennstrecken. Unterschiedliche Rennformen wie Zeitrennen, Perfekte-Linie oder normale Einzelrennen sorgen nicht nur für Herausforderungen, sondern auch für Abwechslung. Im Spielverlauf kann man sich mit Ruf auf der Weltrangliste vorarbeiten. Ziel ist der 1. Platz, wobei man auf Position 300 startet. Es dauert eine gewisse Zeit, bis man nach ganz vorne durchgedrungen ist.

Tägliche und wöchentliche Herausforderungen sind ein weiterer Aspekt, der den langanhaltenden Spielspaß in RIDE 2 steigert. In den entsprechenden Intervallen könnt ihr neue Aufgaben erhalten, die es entsprechend der Anforderungen zu erfüllen gilt.  Zuletzt gibt dann noch einen Online-Modus, in dem ihr gegen Spieler aus aller Welt oder gegen Freunde antreten könnt. Übrigens: Im Spiel ist eine Teambildung möglich!

Die KI ist je nach Schwierigkeitsgrad anspruchsvoll und herausfordernd. Gelegentlich wünscht man sich, dass diese aber auch mehr Fehler macht. Fehlerfrei ist die KI aber dennoch nicht und so kommt es auch ohne Spielereinfluss gelegentlich zu Stürzen. Wenn man die KI mit dem eigenen Motorrad an der richtigen Stelle trifft, stürzt diese aber auch. Man selbst erhält für eine solche Vorgehensweise allerdings keine Strafe. Bestraft werden nur Abkürzungen oder in "Perfekte Linie" beispielsweise das Verlassen des mit Verkehrsleitkegeln eingegrenzten Bereichs.

Individualisierungsmöglichkeiten tragen auch einen gewissen Teil zum Spielspaß bei. Hier gibt es nur sehr wenige Abstriche. Insgesamt ist das Spiel aber auf Langzeit-Spielspaß ausgelegt!

Zuletzt sollte positiv angemerkt werden, dass es - anders als im 1. Teil - keine sehr langen Ladezeiten gibt und man recht schnell mit einem Rennen loslegen kann.

 

 

Streckendesign

RIDE 2 umfasst insgesamt 30 unterschiedliche Strecken, wobei die Nordschleife die längste aller enthaltenen Tracks ist. An den unterschiedlichen Schauplätzen gibt es dann meist noch unterschiedliche Ausführungen wie Kurzversionen. Durch Straßenrennstrecken, Landstraßen, GP-Circuits oder aber speziellen Supermoto-Rennstrecken ist viel Abwechslung geboten. Dennoch hat man in den World Tour-Events vereinzelt das Gefühl, dass sich Strecken recht schnell wiederholen. Alle Strecken sind sehr detailliert gestaltet und scheinen auch im Verlauf sehr originalgetreu umgesetzt worden zu sein, soweit es originale Vorbilder gibt. Die Strecken machen insbesondere der Nordschleife sehr großen Spaß und vermitteln eine gewisse Atmosphäre.

 

 

Grafik & Sound

An der Grafik des Rennspiel gibt es so gut wie nichts zu meckern. Das Spiel präsentiert sich optisch ansprechend und Texturen werden scharf dargestellt, wenn man hochauflösende Texturen ausgewählt hat. Das gilt sowohl für die Motorräder mit sehr feinen Decals, genau wie für die Landschaft. Am Streckenrand befinden sich Zuschauer, die vereinzelt mit animierten RIDE 2 Fahnen wedel. Das sorgt optisch noch für zusätzliches Leben entlang der Strecke und insbesondere an der Start/Ziel-Geraden. Leider wiederholen sich die Zuschauer-Texturen sehr schnell, was sehr vereinzelt mal ins Auge fällt, insgesamt aber nicht störend ist. Die Sounds der Bikes sind ordentlich und damit zufriedenstellend - etwas Luft nach oben gibt es aber. Werden Tunnel durchfahren, hallt der Motorsound wie in der Realität. Das gilt nicht nur für das Spieler-Bike, sondern auch für die Gegner.

 

 

 

Umfang (Preis/Leistung)

Der Preis des Spiels beträgt auf Steam zum Testzeitpunkt 49,99€. Für den gebotenen Umfang mit aktuell 190 Motorrädern, 30 unterschiedlichen Rennstrecken und 15 Spielmodi ist dieser Preis meiner Meinung nach gerechtfertigt. Milestone hat sich einiges einfallen lassen, damit der Spielspaß in RIDE 2 lange anhält. So gibt es einige sehr herausfordernde und abwechslungsreiche Aufgaben. Durch den Online- und den Splitscreen-Modus kann man nicht nur gegen die KI, sondern auch gegen internationale menschliche Gegner oder Freunde antreten. Es gibt zu Beginn einige mündliche Erklärungen, die den Einstieg in bestimmte Spielmodi erleichtern. Ein Storymodus wäre noch ein netter Zusatz, allerdings ist man mit dem jetzigen Umfang auf jeden Fall sehr gut bedient!

Übrigens: Das Rennspiel soll in Zukunft noch mit weiteren Bikes, die als DLC kommen, erweitert werden. Ein Teil der DLCs sollen kostenlos sein!

 

 

Fazit und Punkte


Für Fans von Motorrad-Rennspielen ist RIDE 2 eine klare Kaufempfehlung. Das Spiel begeistert aufgrund seines Umfangs und der Herausforderungen sehr. Lediglich beim Fahrverhalten gibt es in RIDE 2 kleine Abstriche, über die man nach Eingewöhnung soweit hinwegsehen kann, wenn man keinen allzu großen Wert darauf legt. Insgesamt hat Milestone mit RIDE 2 ein sehr ordentliches Rennspiel auf den Markt gebracht! Zugleich hat man einen soliden Grundstein gelegt, wenn es mit einem noch besseren RIDE 3 weitergehen soll.

 

 

Einzelbewertungen


Fahrzeuge



9 / 10


Spielspaß



8 / 10


Strecken



8 / 10


Grafik + Sound



8 / 10


Umfang
(Preis/Leistung)


9 / 10

   

Gesamtpunktzahl



42 / 50

 

Prozentuale Wertung:.................84 % (gut)

 

 


Review durchgeführt mit Patch #3 von RIDE 2.
Alle Aktualisierungen wurden im Test berücksichtigt. Wir danken der Marchsreiter Communications GmbH und Milestone für die Ermöglichung des Reviews!

Reviews im Race-Sim-Net werden durch die eigenen Erkenntnisse der Autoren verfasst. Wie in vielen Bereichen kann es natürlich zu Meinungsverschiedenheiten kommen! Innerhalb des Testfensters könnten Dinge unentdeckt geblieben sein, wodurch es nach entsprechender Ansicht möglicherweise Lücken geben könnte.


So werten wir (Angaben in %):

 

 

 

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