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Produkteindrücke

Wer die Vorgängerprodukte der F1-Reihe von Codemasters kennt und sich im Entwicklungsverlauf von F1 2016 durchgehend mit den unterschiedlichen Infos beschäftigt hat, geht in diesem Falle schon mit recht hohen Erwartungen an das Spiel an. Zugleich stellen sich die Fragen, ob die neuen Features denn entsprechend der Vorstellungen umgesetzt worden sind und inwieweit sich Dinge geändert haben, die in den Vorgängerprodukten für Ärger gesorgt haben.

Die Installation der PC-Version erfolgt - wie mittlerweile bei den meisten PC-Spielen -  über die Vertriebsplattform Steam. Man hat uns allerdings sagen lassen, dass die Installation des Spiels auch über 3 CDs möglich sein soll, sofern man F1 2016 im Handel erworben hat. Dementsprechend wäre der 30 GB-Download des Rennspiels nicht nötig, da die Daten dann von den CDs abgerufen werden. Das könnte gerade Nutzern mit einer geringen Bandbreite zugutekommen, die schnell ins Spiel einsteigen wollen. Die Updates müssen wie bei jedem Spiel zwar immer noch von Steam heruntergeladen werden, allerdings umfassen diese im Regelfall niemals die Größe des gesamten Spiels.

Mit dem Start des Spiels kommt man in ein sehr überschaubares Menü, in dem man dann zu unterschiedlichen Modi wechseln kann. Bevor überhaupt ein Rennwagen am heimischen Rechner bewegt wurde, ging es zunächst in die Optionen des Spiels. Diese sind nicht direkt über das Menü, sondern über die Taste F2 erreichbar. Was auch nochmal zu einem späteren Zeitpunkt des Reviews angesprochen wird, sind die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten bei unterschiedlichen Dingen, die Codemasters in diesem Spiel bietet. Über Grafik zu Sound bis zur Steuerung lassen sich zahlreiche Anpassungen vornehmen, um das Spiel für den eigenen Rechner optimieren zu können. Trotz der vielen Einstellungsmöglichkeiten sollte man aber die Mindestanforderungen erfüllen, um ein ideales Spielerlebnis genießen zu können. Im Spiel ist die Ausführung eines Benchmark-Tests möglich, was von unserer Seite ein großes Plus gibt! Hat man die Einstellungen erstmal für sich angepasst (was möglicherweise Neustarts und das Laden eines Rennens erfordert), kann es richtig losgehen.

Neben der Karriere lassen sich in den unterschiedlichen Spielmodi auch kurze Rennen fahren, eigene Meisterschaften erstellen und es ist möglich, gegen Spieler aus aller Welt direkt oder indirekt im Zeitfahren (mit Weltrangliste) anzutreten. Damit man zunächst ein Gefühl für einen Boliden der Formel 1 bekommt, empfehlen wir zunächst noch nicht den direkten Multiplayermodus zu nutzen, denn dieser ist je nach (leider möglicher) Aggressivität der Gegner zum Üben nicht unbedingt geeignet.

Ich für meinen Teil hatte auf der Gamescom in Köln am Fachbesuchertag die Möglichkeit, das Spiel bereits in einem '5 Runden'-Rennen auf dem Hockenheimring anzutesten. Dennoch ging es zur weiteren Eingewöhnung erst mal im Zeitfahren auf die wohl schwierigste Strecke des Rennkalenders, denn das Rennergebnis auf der Gamescom war nicht zwingend zufriedenstellend.

Erstmalig ging es im Zeitfahren also auch virtuell nach Baku! Die Strecke begeistert nicht nur in der Realität, sondern auch im Spiel. Wer gut mit dem Fahrzeug im Spiel klarkommt, der schafft es, Rundenzeiten wie die echten Rennfahrer abzulegen. Über die Gestaltung der Rennstrecke muss unserer Meinung nach weder in Baku, noch auf den anderen Strecken diskutiert werden - hier hat Codemasters wie immer gute Arbeit geleistet. Selbst das charakteristisch übliche schwarz-weiße Curbs in Großbritannien ist beispielsweise vorhanden! Auf gefühlt echter Kulisse sind solange Runden absolviert worden, bis auch die engste Streckenpassage kollisionsfrei gesessen hat.

Beim Zeitfahren haben wir uns aber auch schon intensiver mit dem Fahrzeug und dessen Physik auseinandergesetzt. Wir können den Unterschied zwischen F1 2015 und F1 2016 leider nicht beurteilen, weswegen wir hier nachfolgend auf Erfahrungen aus F1 2014 zurückgreifen: Bereits auf der Gamescom konnte man feststellen, dass sich am Fahren des Rennwagens zwischen beiden Spielen einiges getan hat. Man merkt, dass man mit einem anderen Auto unterwegs ist. Am Handling wurde Hand angelegt und das merkt man selbst bei der Tastatur-Nutzung am PC. Meines Erachtens nach lässt sich das Auto selbst mit diesem Peripheriegerät gezielter um die Kurven bewegen, denn das Auto zieht anders als bei F1 2014 bei Tastendruck auch nicht mehr so enorm in die entsprechende Richtung. Geschwindigkeit halten oder gar Beschleunigen, während das Auto durch eine längere Kurve gepusht wird, ist in F1 2016 nicht mehr unbedingt möglich. Je stärker der Lenkeinschlag, umso mehr wird das Fahrzeug in seiner derzeitigen Geschwindigkeit beeinträchtigt. Gerade in Kurven wie die Turn 3 in Spanien sollte man stets darauf achten, nicht zu stark einzulenken und das Fahrzeug zum Kurvenende sanft herauszusteuern. Um die volle Power aus dem Auto aus bestimmten Stecken herausholen zu können, empfehlen wir jedoch grundlegend ein Lenkrad, denn damit lassen sich Gas und Bremse besser und dosierter nutzen und der Lenkeinschlag ist wie gewohnt regulierbar.

Optisch machen durchweg die Fahrzeuge aller Hersteller was her und diese entsprechen soweit den realen Vorbildern. Auf die Fahrzeuge wird im Verlauf des Reviews zu einem späteren Zeitpunkt nochmal eingegangen.

Mit Beendigung der Zeitfahrten und mit Start des ersten Rennens auf einer anderen Strecke lässt sich erneut erkennen, dass dem Spieler sehr viele Einstellungsmöglichkeiten für das Rennen zur Verfügung stehen. Bei korrekt gewählten Optionen muss sich somit kein Spieler unterfordert oder aber überfordert fühlen. Man muss lediglich die richtigen Optionen für sich selbst finden, was aber problemlos möglich sein sollte. Das Safety Car lässt sich - wie auch bei F1 2014 - ab einer Rennlänge von mindestens 25% aktivieren, was unserer Meinung nach auch sinnvoll ist. Auch die Einführungsrunde kann erst ab gleicher Mindestlänge aktiviert werden. Für den Spieler lassen sich sämtliche Fahrhilfen (de-)aktivieren und selbst das Wetter kann nach eigenen Wünschen angepasst werden. Erstmalig erlaubt Codemasters auch die Veränderung der Tageszeiten des Rennstartes und die Zyklus-Geschwindigkeit der Tageszeit. Hat man all seine Einstellungen gefunden - und da lässt Codemasters einem auch alle Zeit der Welt - kann das Rennen losgehen. Erfreulicherweise lädt die Strecke bereits während der Einblendung des Einstellungsfensters. Man muss also nach Bestätigung nicht erst darauf warten, dass die Strecke lädt.

Bei der Einführungsrunde sollte man darauf achten, sein Fahrzeug passend auf das Rennen vorzubereiten. Sofern ein Positionswechsel stattfinden sollte, kann man die ursprüngliche Position problemlos zurückergattern. Für das Zurückfallen oder Überholen wird man nicht bestraft und das Rennen startet auf der im Qualifying erfahrenen Startposition bzw. auf der festgelegten Position, sofern kein Qualifying gefahren wurde. Eine Kollision sollte man in der Einführungsrunde zwar vermeiden, bis auf das Übernehmen des Fahrzeugs durch den Computer passiert aber auch hier nicht viel. Insgesamt aber ein gelungenes Feature, das bisher in allen Vorgängern vermisst wurde und endlich vorhanden ist!

Starts können mit F1 2016 erstmalig manuell durchgeführt werden. Dazu ist das Drücken der Kupplung sowie das Halten der Idealdrehzahl notwendig. Vergisst man das Drücken der Kupplung oder man hält das Auto nicht in der richtigen Drehzahl, greift das "Anti-Stall-Programm" ein. Dieses Programm ist dazu da, dass das Fahrzeug nicht abgewürgt wird. Gerade bei Dreher auf der Strecke kann es wichtig sein, dass der Motor nicht automatisch abschaltet. Im Idealfall lässt man die Kupplung aber zum richtigen Zeitpunkt los, das Auto befindet sich in der richtigen Drehzahl und das Rennen kann mit einem flotten Start begonnen werden. Bei schlechter Reaktion kann man hier aber schon Zeit verlieren.

Nach einigen zurückgelegten Kurven fällt einem möglicherweise auf, dass die KI-Fahrzeuge aggressiver unterwegs sind, als man es beispielsweise aus F1 2014 gewohnt ist. Wo die KI in F1 2014 zurückgezogen hat, wird in F1 2016 draufgehalten. Lücken sollte man nicht zwingend schließen, sofern ausreichend Platz zur anderen Seite bleibt. Hier ist nachgeben die sinnvollere Alternative. Unfälle enden für beide Rennteilnehmer meist mit Schäden, Drehern oder gar Ausfällen. Die KI fordert und das ist für ein Spiel wie F1 sehr wichtig. Allerdings ist die KI zum Teil so aggressiv unterwegs und schiebt einen von der Strecke, sodass das Rennen ohne Nachsicht schnell gelaufen sein kann. Hin und wieder könnte die KI in brenzligen Situationen auch mal nachgeben, denn das macht sie so gut wie nie.

Nun wird es Zeit, zum Thema Fahrzeuge zurückzukehren. Im letzten Absatz haben wir bereits Schäden angesprochen und diese entsprechen im Spiel den aktuellsten Sicherheitsvorkehrungen der FIA. Somit bleiben Reifen beispielsweise auch beim eigentlichen Abreißen noch lose am Fahrzeug hängen. Verlorene Teile bleiben vereinzelt noch eine weitere Runde auf der Strecke liegen, bis diese von der Strecke entfernt wurden. Man kann die Teile allerdings durchfahren und diese verursachen keine weiteren Schäden.

Reifen nutzen im Rennen ab. Die Reifenstrategien lassen sich für Rennen im Detail planen. Aber auch während des Rennens kann die Strategie noch optimiert werden. In der Multifunktionsanzeige lassen sich noch Einstellungen am Fahrzeug im Rennverlauf vornehmen und Geschwindigkeiten können vom Tacho der MFA genau wie die Temperatur von Bremsen, Reifen und Motor (auf den Grad genau), dem Zustand des Fahrzeugs und weiteren Statistiken abgelesen werden.

Eine positive Überraschung in F1 2016 ist der Boxenfunk. Über diesen kann man sich - auch per Spracheingabe - mit über 3 Kategorien an Informationen vom Renningenieur vorsorgen lassen. Nur in seltenen Fällen wurde der eingesprochene Funkbefehl über das Mikrofon missverstanden oder nicht akzeptiert. In den meisten Fällen wurden jedoch die Informationen ausgegeben, nach denen man sprachlich gefragt hat.

Ein Befehl nennt sich "Boxenstopp" - Boxenstopps erfolgen nach realistischen Verhältnissen und die Standzeit beträgt beim Reifenwechsel im Durchschnitt rund 2,4 Sekunden. Die Standzeit dauert länger, wenn man andere Schäden am Wagen verursacht hat. Ein Austausch des Frontflügels kann die Standzeit beispielsweise auf etwa 9 Sekunden verlängern und das kann für den Rennverlauf sehr viel Zeit sein. Je nach gewählten Einstellungen muss man an der Boxeneinfahrt aufpassen, die korrekte Geschwindigkeit zu erwischen. Fährt man zu schnell ein, wird man bestraft. Auch in diesem Teil wird die Steuerung des Autos in der Box aufgrund von FIA-Auflagen an den Computer übergeben. Erst mit Zufahrt auf die Strecke kann der Spieler wieder übernehmen.

Während des Rennens überzeugt neben der Grafik und neuen Effekten auf und abseits der Strecke sowie beim Wetter auch der Sound. Der eigene Motorensound und der Sound der anderen Fahrzeuge auf der Strecke wirkt sehr authentisch. Bei Regensituationen, die im Übrigen auch ihren Einfluss auf das Fahrverhalten nehmen, hört man den Regen förmlich auf das Material des Autos plätschern. Lediglich die beiden Moderatoren, die ab und an vor und nach dem Rennen gehört werden können, wirken etwas emotionslos. Nach dem Rennen kann man die Champagner-Dusche bei der Siegerehrung auf dem Podium optisch erleben und die korrekte Melodie ertönt ebenfalls.

Der Karrieremodus umfasst wieder Aktionen im Backstage-Bereich neben der Strecke. So sprechen einige Personen mit jemandem, klären über Dinge auf, weisen ein oder geben andere Informationen. Hier fällt auf, dass die Menschen ihre Lippen nicht gemäß der Wörter bewegen, allerdings ist dies keine Sache, die hier groß ins Gewicht fallen sollte. Tests während des Trainings und zahlreiche Optimierungsmöglichkeiten am Auto geben den Langzeitspielspaß. Während der Saison bringen Forschung und Entwicklung - sofern in den unterschiedlichen Sessions genügend Punkte gesammelt wurden - Verbesserungen für das Auto. Gerade in diesem Fall ist auch das Training so wichtig wie nie, denn alleine hier können durch Fahrtests diverse Punkte gesammelt werden! Im Karriereverlauf kann man aussteigen und Verträge bei anderen Rennställen unterschreiben. Für die sehr fortgeschrittenen Spieler gibt es eine Profikarriere, in der man sämtliche Dinge selbst in die Hand nehmen muss. Geholfen wird dem Spieler in diesem Modus nur noch an den wenigsten Stellen und mit Fahrhilfen sollte man auch nicht rechnen. Für Anfänger ist dieser Modus mehr Stress als Spaß, für die Profis aber wohl eine neue Herausforderung!

Last but not least war es selbstverständlich, auch in die Multiplayermodi reinzuschauen. Hier gibt es ebenfalls unterschiedliche Optionen. Wie bisher lassen sich einzelne Rennen fahren, erstmalig kann man jedoch auch eine eigene Saison erstellen und diese speichern. Gerade, wenn man mit Freunden schon immer mal eine eigene F1-Saison starten wollte, ist diese Option perfekt! Der Multiplayermodus, in dem erstmalig alle 22 Plätze durch echte Spieler belegt werden können, bringt viel Spaß - sowohl mit Fremden, als auch mit Freunden! Man sollte, wie zu Beginn des Reviews angesprochen , allerdings auch mit unfairen Mitspielern rechnen, die jemanden bewusst ins Abseits schieben. Erwischt man aber gute Mitspieler, lassen sich schnell spannende Rennen austragen. Bei guter Internetverbindung konnten wir erfreulicherweise keine merklichen Probleme bei der KI- und Spieler-Synchronität feststellen. Zudem stehen im Multiplayer von Einführungsrunde bis (Virtual-)Safety-Car alle Funktionen zur Verfügung, die man auch im Einzelspiel hat. Auch lässt sich per Funk der Status der KI-Spieler inkl. dem des Teamkollegen abfragen. Das einzige, was möglicherweise noch wünschenswert wäre, ist ein Splitscreenmodus, um mit Freunden auch an einem PC gegeneinander antreten zu können.

 

 

Nun komme ich zu den Einzelwertungen. Die Punkte für die nachfolgenden 5 Wertungsaspekte sind in der Tabelle unterhalb der Beschreibungen zu finden!

 

Fahrzeuge

Von der Textur bis zum Modell gibt es an den Fahrzeugen nichts zu meckern. Das Schadensmodell wirkt realistisch und ist an die offiziellen FIA-Sicherheitsregeln angepasst worden. So fliegen lose Reifen nicht mehr durch die Gegend, sondern bleiben am Fahrzeug hängen. Im Verlauf des Tests sind ausgenommen von geplatzten Reifen, dem realistischen Reifenverschleiß und dem kaputten Frontflügel noch Getriebeschäden aufgetreten. Wir haben zudem die Info erhalten, dass es unter anderem auch Motorschäden gibt, die im Reviewfenster bisher jedoch nicht aufgetreten sind.

Das Handling wirkt auf mich realistisch und im Vergleich zu den Vorgängern auch verbessert. Fehlerhaftes Kuppeln am Start löst das "Anti-Stall"-Programm aus, das ein Abwürgen des Rennwagens verhindert. Das Fahrzeug lässt sich im Spiel aus unterschiedlichen Kameraansichten steuern und diejenigen, die mit den Positionen der Kameras unzufrieden sind, können im Menü Einstellungen dafür ändern. 

 

 

Fahrspaß/Realismus

Fordernde aber teils zu aggressive KI sorgt für eine Herausforderung im Spiel, die mir persönlich sehr viel Spaß bereitet. Während des Rennens hat man in F1 2016 erstmalig die Möglichkeit, per Spracheingabe via Boxenfunk mit dem Renningenieur  in Kontakt zu treten und sich Details aus dem Rennen erklären zu lassen. Sollte einem kein Mikrofon zur Verfügung stehen, lässt sich das Menü auch per Tasten steuern und eine entsprechende Anfrage wählen. Wir sind mit der Spracheingabe jedoch sehr zufrieden und sobald man die wichtigsten Sprachbefehle im Kopf hat, kann man sich voll auf das Rennen konzentrieren, ohne auf ein Menü schauen zu müssen.

In der Multifunktionsanzeige lassen sich im Rennverlauf noch Einstellungen am Wagen ändern und die Reifenmischung für den nächsten Boxenstopp festlegen. Aber Vorsicht: Auch in der virtuellen Formel 1 sollte man die Pflichtmischungen beachten, denn sonst drohen Disqualifikationen! Heiße Kämpfe um die vorderen Plätze in der Fahrer-WM gibt es nicht nur im Einzelspiel, sondern auch im Multiplayer. Sehr coole Features, die langen Fahrspaß garantieren.

Das Safety-Car verlässt bei schwereren Unfällen die Box, das Virtual-Safety-Car wird bei leichteren Unfällen aktiviert. In beiden Fällen gab es im Test keine negativen Dinge, die man in diesem Test ansprechen könnte. Der Fahrer muss in F1 2016 und damit anders als in F1 2014 selbst dafür sorgen, hinter den anderen Fahrern oder dem Safety-Car zu bleiben. Wünschenswert wäre, dass Unfallfahrzeuge mindestens noch in der 1. Runde einer Safety-Car-Phase verharren würden bzw. man den Bergungsvorgang beobachten könnte, wenn auch das Thema selbst nicht positiv ist. Gelbphasen werden vom Spiel sehr schnell umgesetzt, wenn auf der Strecke etwas passiert - manchmal glaubt man, das Spiel hat geahnt, wann ich einen Unfall baue.

Einführungsrunden, Ausschnitte von Siegerehrungen, zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten im Trainung und das Programm abseits der Piste in der Karriere: Auch das sind Aspekte, die aus F1 2016 wieder einen ganz besonderen Teil der Reihe machen!

 

 

Streckendesign

Im Testverlauf sind alle Strecken gefahren worden und auf keiner Strecke sind mir größere Fehler aufgefallen. Ideallinien scheinen soweit korrekt zu sein und sind gemäß dem Streckenverlauf nachvollziehbar. Jede Strecke ist nach dem realen Vorbild gestaltet und selbst auf kleine Details wie Curbs-Farben wurde geachtet. Der engste Streckenabschnitt des Rennkalenders lässt hoffen, auch im virtuellen Baku keinen Unfall zu bauen, denn auch hier ist das Wegkommen schwierig. Auf einigen Strecken sind Abschnitte verändert worden (besonders in Singapur). Auch sowas hat Codemasters berücksichtigt. Alles in allem fühlt man sich auf jeder einzelnen Strecke wohl  - egal zu welcher Tageszeit und bei welchem Wetter!

 

 

Grafik & Sound

Wenn auch der Sound der Formel 1-Fahrzeuge mittlerweile anders ist als früher, was an den neuen Motorenregelungen liegt, ist die von Codemasters umgesetzte Soundkulisse einfach sehr gut gelungen! Da hat es sich im Test auch schon gelohnt, das eigene Fahrzeug abzustellen und einfach mal hinzuhören. In Baku hat man während des Rennens das Gefühl, der Sound würde sich an den Häusern vorbei zum anderen Streckenabschnitt vorarbeiten. Ansprachen vom Renningenieur sind gut zu verstehen. Einige Aussagen von den Kommentatoren und von den Verantwortlichen des Teams abseits der Strecke wiederholen sich schnell; die Kommentatoren wirken in ihrer Sprechweise recht emotionslos.

Neue Partikel-Effekte ergänzen das grafische Erlebnis neben den gelungenen Wettereffekten. Auf Rechnern mit entsprechend verbauter Hardware sind 60 FPS möglich. Schatteneffekte und Texturen überzeugen ebenfalls. Empfohlen wird für den entsprechenden Spielspaß das Erfüllen der Mindestanforderungen für F1 2016. Leidglich das HUD wirkt bei höherer Auflösung verhältnismäßig klein. Je länger man damit jedoch unterwegs ist, desto mehr gewöhnt man sich daran. Für diejenigen, die grafisch nicht auf Höchstleistung spielen können, stehen in den Optionen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, die Grafik anzupassen.

 

 

Umfang (Preis/Leistung)

49,99€ (Media Markt) bzw. 44,99€ (Amazon) kostet die Limited Edition von F1 2016 im Handel und das unserer Meinung nach zurecht! Ein großes Plus hat der Entwickler Codemasters dieses Jahr alleine mit den ganzen Features gemacht, die sich Fans schon seit dem 1. Teil gewünscht haben! Zudem ist die Rückkehr des Safety-Cars im Vergleich zu F1 2015 die einzig richtige Entscheidung gewesen. Im Multiplayer lassen sich erstmalig Meisterschaften austragen, die nicht nur  auf der Strecke ein Rolle spielen. Auch abseits der Strecke gibt es in der sogenannten "Hospitality-Area" einiges mit den Zuständigen des Teams zu besprechen. Der neue Karrieremodus gemäß dem Motto "in 10 Saisons nach oben" hält was er verspricht und durch Forschung und Entwicklung hat man auch im freien Training mehr Lust, mit dem Rennwagen auf der Strecke unterwegs zu sein.

In F1 2016 ist es egal, ob man Profi oder Neuling ist. Jeder hat die Möglichkeit, zahlreiche Einstellungen auf seine Bedürfnisse gerecht zuzuschneiden. Die Schwierigkeitseinteilung wurde geprüft und ist abhängig von der Rennsituation gut gestaffelt. Boxenfunk und Einführungsrunde sorgen für noch mehr Realismus im virtuellen Rennsport, wie wir bereits in der entsprechenden Kategorie aufgeführt haben.

Die Force-Feedback-Unterstützung ist in F1 2016 zufriedenstellend. Zu Release hat es mit einigen Lenkradmodellen Probleme gegeben, denen sich Codemasters allerdings schon angenommen hat. Die meisten Probleme sind bereits gefixt worden.

Der Spieler hat in F1 2016 durch den manuellen Start,  der manuellen Geschwindigkeitsregulierung an der Boxeneinfahrt und dem eigenen Steuern in der Safety-Car-Phase mehr Kontrolle über das Auto. Lediglich das Fahren durch die Box und das Einordnen des Fahrzeugs in der Startaufstellung wird vom PC (weiterhin) übernommen. Dies soll allerdings Gründe haben, die dem Lizenzgeber FIA zuzusprechen sind und nicht dem Entwickler.

Übrigens: Via Steam-Workshop können unter anderem Fahrzeugeinstellungen für bestimmte Fahrzeuge auf bestimmten Strecken mit anderen Spielern auf der Welt geteilt werden!

 

 

Fazit

F1 2015 mag allgemein nicht richtig überzeugt haben, aber mit F1 2016 kehrt man endlich wieder dahin zurück, wo man mit älteren Teilen bereits gewesen ist. Mit F1 2016 ist Codemasters großflächig auf die Wünsche der Community eingegangen und hat zahlreiche neue Features eingebaut, die ihren Zweck erfüllen. Die Fahrzeuge überzeugen im Handling und die Strecken in ihrem Detailreichtum. Die KI fordert den Spieler sehr, was sich fast immer positiv auf den Spielspaß auswirkt. Langzeitmotivationen bieten der Multiplayermodus mit Meisterschaftssaison oder die Karriere im Einzelspiel. Durch Forschung und Entwicklung setzt man immer alles daran, sein Fahrzeug soweit es geht zu verbessern.

Codemasters hat meine Erwartungen an diesen Teil nach den zahlreichen positiven Ankündigungen im Voraus erfüllt. Langer Spielspaß ist für einen F1-Fan wie mich auf jeden Fall garantiert!

 

 

Einzelbewertungen


Fahrzeuge



10 / 10


Fahrspaß/
Realismus



9 / 10


Strecken



10 / 10


Grafik + Sound



8 / 10


Umfang
(Preis/Leistung)


9 / 10

   

Gesamtpunktzahl



46 / 50

 

Prozentuale Wertung:.................92 % (sehr gut)

 

 


Review durchgeführt mit Version 1.2.0 von F1 2016.
Alle Aktualisierungen wurden im Test berücksichtigt. Wir danken Koch Media für die Ermöglichung des Reviews!

Reviews im Race-Sim-Net werden durch die eigenen Erkenntnisse der Autoren verfasst. Wie in vielen Bereichen kann es natürlich zu Meinungsverschiedenheiten kommen! Innerhalb des Testfensters könnten Dinge unentdeckt geblieben sein, wodurch es nach entsprechender Ansicht möglicherweise Lücken geben könnte.


So werten wir (Angaben in %):

 

 

 

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