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Herbert Grönemeyer: Neuland (2002)

Neuland ist nicht nur das Internet, sondern auch ein Rock-Song von Herbert Grönemeyer. Er handelt von Deutschland alias Neuland, das gerade in der Pubertät steckt. Seine Geschichte nicht fusselfrei, die Unterschiede seine Qualität. Das Zweiland soll sich einen, seine Zukunft fing gestern an.

 

Feeling B: Ich such die DDR (1991)

Die DDR suchen die Punk-Rocker Feeling B. Ironisch begeben sie sich auf die Suche, doch keiner weiß, wo sie ist. Im Atlas fehlt ein Staat besonderer Art, die DDR wurde gestohlen.

 

Nina Hagen: Erfurt & Gera (1991)

In Nina Hagens Song "Erfurt & Gera" stirbt ein Mann beim Fluchtversuch in den Westen. Angespielt auf die verschiedenen Lebensweisen tauschen Ossis Trabbis gegen BMWs und rasen in den Westen. Sie sollen auf die Bremsen treten. Der Totenstein auf der Autobahn zwischen Erfurt und Gera steht sinnbildlich dafür.

 

Die Toten Hosen: Sascha ... ein aufrechter Deutscher (1993)

Sascha steht stellvertretend für rechtsextreme deutsche Skinheads. Er ist arbeitslos, wird zum Neonazi. Er zündet Asylbewerberheime an. Wer so deutsch wie er ist, ist sonst gar nichts mehr. Der Song endet damit, dass es (damals) vor gut 50 Jahren schon einer probierte und die Sache daneben ging. Sascha hat's nicht kapiert.

 

Advanced Chemistry: Fremd im eigenen Land (1992)

Ein aktuelles Statement wie eh und je gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gesungen von Deutschen mit ausländischer Herkunft ist dieser Song. Dieser gibt im Hip-Hop-Stil vielen Migrantenkindern Halt.

 

Die Goldenen Zitronen: Das bißchen Totschlag (1994)

1993 wird das Recht auf Asyl nach brennenden Asylbewerber-Wohnheimen eingeschränkt. Dieser Funk-Song thematisiert die Geschehnisse, u. a. auf Politiker geworfene Eier. Im ironischen Refrain heißt es, das bisschen Totschlag bringt uns nicht gleich um, es fliegen nicht gleich Löcher aus dem Käse. Keiner darf dem deutschen Bürger das Grundrecht auf Ruhe einschränken.

 

Die Ärzte: Schrei nach Liebe (1993)

Zur Zeit des neu aufkommenden Rassismus' in Deutschland entstand auch dieses Punk-Lied. "Arschloch" steht stellvertretend für daran Beteiligte. Seine Gewalt sei nur ein stummer Schrei der Liebe, nie gelernt, sich zu artikulieren. Die Eltern hätten nie Zeit gehabt. Dabei wiederholt sich die Zeile "Oh oh oh, Arschloch".

 

Joe Rilla feat. Sido: Ostwest (2005)

Rapper Joe Rilla und Sido liefern sich gegenseitig Ost-/West-Vorurteile. Dann zieht Sido über die Ossis und Joe Rilla über die Besser-Wessis her. Im Duett heißt es, entweder Stein auf Stein, bis die Mauer wieder steht oder zusammen neu anfangen, Ost und West zu einem Deutschland machen.

 

Brothers Keepers: Adriano (2001)

Fast alle der Brothers Keepers haben afro-deutsche Wurzeln und fordern im Soul-Rap Toleranz ein und gleichzeitig, dass man sich gegen Unterdrückung wehrt. Gegründet durch den steigenden Rechtsextremismus in Deutschland, bezieht sich der Song auf den Tod eines gebürtigen Mosambikaners durch betrunkene Nazis.

 

Mia.: Was es ist (2003)

Dieser Pop-Song behandelt den Gesellschaftswandel und wie man selbst ändern kann, was einen beengt. Geschichte starte mit Ändern, so tue sie sich das Song-Ich bei der Frage, woher man komme, nicht mehr selber Leid, bezieht sich auf die deutsche Geschichte. "Es ist, was es ist, sagt die Liebe - was es ist, sagt der Verstand", so der Refrain für neue deutsche Lebensfreude.

 

Verna Mae Bentley-Krause: Ich liebe deutsche Land (2001)

Auch wenn Stefan Raab in TV-Rente ist, wirkt sein Schaffen in diesem Song weiter. Eine gebürtige Afroamerikanerin schenkt ihrer Schwiegermutter ein Loblied auf Deutschland und schickt den Clip Stefan Raab, der den patriotischen Song zu einem Hit macht.

 

Sportfreunde Stiller: '54, '74, '90, 2006 (2006)

Acht Jahre vor dem tatsächlichen WM-Titel sahen die Indie-Rocker Sportfreunde Stiller 2006 den nächsten WM-Titel für (West-)Deutschland nach '54, '74, '90. Sie waren 37 Wochen Erster in den deutschen Charts.

 

Paul van Dyk & Peter Heppner: Wir sind wir (2004)

Niederlage, Opfer und Teilung stehen in diesem Synthie-Pop-Song dem Durchhaltevermögen der Deutschen gegenüber. Egal was passiert, so schnell kriegt man uns nicht klein, so die Botschaft des Songs.

 

Tocotronic: Aber hier leben, nein danke (2005)

Gegen den neu aufkommenden Patriotismus in Deutschland ist dieser Rock-Song. Sie verkünden, den unverkrampften Umgang mit der Vergangenheit abzulehnen. Dazu nennen sie ironischer Weise, was sie alles an Deutschland mögen, etwa den Exzess und die Spiegelung der Luft. "Aber hier leben, nein danke".

 

Antilopen Gang: Beate Zschäpe hört U2 (2014)

"Max Mustermann zündet ein Flüchtlingsheim an", wurde leider zur Realität. Die Hip-Hopper mahnen, dass das Gedankengut der Nazis im Mainstream angekommen ist, etwa der Volksentscheid auf Bundesebene. Heute noch Stammtischparolen, haben sie morgen Sprengstoff und scharfe Pistolen. Sie nennen Personen aus der rechten Szene genauso wie einen Literatur-Nobelpreisträger, der Denk- und Sprechverbote in Deutschland beklagte.

 

Kettcar: Sommer '89 (Er schnitt Löcher in den Zaun) (2017)

Aus Sicht eines jungen Aktivisten, der DDR-Familien vor dem Mauerfall bei der Flucht hilft, wird dieser Indie-Rock-Song erzählt. Er schneidet Löcher in den Zaun und zeigt ihnen den Bus zur deutschen Botschaft. Seine Mitbewohner finden es menschlich verständlich, aber dennoch falsch. Der textbasierte Song wurde diesen August veröffentlicht und versteht sich als Kommentar zur Flüchtlingskrise. Das Album dazu ist für nächste Woche angekündigt.

 

Quelle

Musikexpress-Redaktion: Zum Tag der deutschen Einheit: Diese 27 Songs hätte es ohne die Wiedervereinigung so nicht gegeben, 02.10.2017, abgerufen am 07.10.2017


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