Viele Facebooknutzer gehen regelmäßig die neuesten Meldungen durch, um zu sehen, was ihre Freunde oder Lieblingsseiten neues gepostet haben. Heute fielen dabei jedoch überraschend oft die gleichen Statusaktualisierungen ins Auge, die sich gegen vermeintlich neue Facebookrichtlinien richten und mit Sätzen wie "Frist morgen!!!" oder "Wenns sogar im Radio kommt [...]" beginnen. Doch diese sogenannten Kettenbriefe, die momentan in Massen im sozialen Netzwerk Facebook verbreitet werden, sind Unfug und tragen keinen weiteren Nutzen.

Seitens Facebook gibt es momentan keine Anzeichen, dass Änderungen der Nutzungsbestimmungen anstehen. Auch in der Vergangenheit soll es keine Änderungen daran gegeben haben. Die letzte Überarbeitung dieser Richtlinien gab es am 30. Januar 2015. So skeptisch einige Nutzer mit dem sozialen Netzwerk zu sein scheinen, jedoch kann man hier von korrekten Angaben ausgehen. Zudem weist das soziale Netzwerk weiter darauf hin, dass Änderungen angekündigt werden (Abschnitt 13):

  • Wir werden dich benachrichtigen, bevor wir Änderungen an diesen Bedingungen vornehmen; du erhältst dann die Gelegenheit, die überarbeiteten Bedingungen zu überprüfen und zu kommentieren, bevor du unsere Dienste weiterhin nutzt.
  • Wenn wir Änderungen an den in dieser Erklärung erwähnten bzw. dargestellten Richtlinien oder sonstigen Bedingungen vornehmen, können wir dies auf der „Site Governance“-Seite mitteilen.
  • Deine weitere Nutzung der Facebook-Dienste nach der Bekanntgabe von Änderungen an unseren Bedingungen bzw. Richtlinien bedeutet gleichzeitig dein Akzeptieren unserer geänderten Bedingungen bzw. Richtlinien.

(Auschnitt aus Abschnitt 13 der Facebook-Richtlinien)

 

Des Weiteren ist es eine falsche Annahme, dass man Nutzungsbestimmungen alleine mit einer einzigen Statusaktualisierung widersprechen könne. Nutzer des sozialen Netzwerkes haben die AGBs von Facebook mit der Registration bestätigt und stimmen dieser damit im vollen Umfang während der Nutzung von Facebook zu. Sollte man den Nutzungsbestimmungen nicht mehr akzeptieren wollen, ist nur die Löschung des Accounts eine Lösung dafür, die AGBs abzulehnen. Anderenfalls sollte man darauf achten, was man in seine eigene Chronik schreibt oder mit anderen teilen möchte und was nicht. Etwas bewirken können hier auch korrekte Datenschutzeinstellungen.

Zuletzt ist in den Kettenbriefen von den Artikeln I. 111, 112 und 113, von UCC 1-308-1 1 308-103 oder vom Rom-Statut die Rede. Diese Angaben sind unsinnig, denn sie haben fast gar nichts mit dem Thema Datenschutz zu tun und lassen auch nicht auf die Nutzungsbestimmungen schließen. UCC-Artikel (Uniform Commercial Code) regeln den Handel in den Vereinigten Staaten und das Rom-Statut bezieht sich auf Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen sowie das Verbrechen der Aggression.

 

Fazit
Wer gegenüber Facebook sehr skeptisch ist und Angst um deine Daten hat, sollte mit dem bewussten Veröffentlichen von persönlichen Informationen vorsichtig sein, erst gar keinen Account in diesem sozialen Netzwerk anlegen oder einen existierenden Account löschen. Eine einzige Statusmeldung in Form eines Kettenbriefes hilft zum Schutz persönlicher Daten schlicht und ergreifend nicht. Zudem hat es seitens Facebook keine Änderungen der Nutzungsbestimmungen gegeben, die besagen, das jegliche persönliche Daten für jeden uneingeschränkt zugänglich gemacht werden. Hier sollte man den offiziellen Angaben der Betreiber vertrauen oder Berichte in den Medien abwarten.

 

Beispiel
Nachfolgend haben wir noch ein Beispiel einer solchen Statusaktualisierung als Gesamtes:

Frist morgen!!!
Alles, was du je veröffentlicht hast, wird von morgen an die Öffentlichkeit. Sogar Nachrichten, die gelöscht wurden oder die Fotos nicht erlaubt sind. Es kostet nichts für eine einfache Kopie und Paste, besser sicher als Nachsicht. Channel 13 News sprach über die Änderung in der Datenschutzrichtlinie von Facebook.
Ich gebe keine Facebook-oder irgendwelche Organisationen, die mit Facebook-Erlaubnis verbunden sind, um meine Bilder, Informationen, Nachrichten oder Beiträge, die Vergangenheit und die Zukunft zu nutzen. Mit dieser Erklärung, gebe ich auf Facebook, dass es streng verboten ist, zu veröffentlichen, kopieren, verteilen oder eine andere Aktion gegen mich auf diesem Profil und / oder seinen Inhalt zu verwenden. Der Inhalt dieses Profils ist privat und vertrauliche Informationen. Die Verletzung der Privatsphäre kann durch Gesetz (UCC 1-308-1 1 308-103 und das Rom-Statut) geahndet werden. Hinweis: Facebook ist jetzt ein öffentliches Unternehmen. Alle Mitglieder müssen so einen Zettel schreiben. Wenn sie es vorziehen, können sie diese Version kopieren und einfügen. Wenn sie eine Anweisung nicht mindestens einmal veröffentlichen, wenn sie die Verwendung ihrer Fotos, sowie die im Profil-Status-Updates enthaltenen Informationen erlauben. NICHT teilen. Kopieren und einfügen, um auf der sicheren Seite zu sein.

- Facebook, Statusaktualisierung einer Privatperson

 

 

Quellen
Facebook-Neuigkeiten Privatprofil (keine Linkangabe)
Facebook-Nutzungsbestimmungen
rtlnext.rtl.de